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Landespastor befürwortet Abschiebestopp nach Afghanistan

Rendsburg, 11. Januar 2017 I Landespastor Heiko Naß begrüßt die Überlegungen von Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt, einen vorläufigen Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Afghanistan in Erwägung zu ziehen.  „Die Landesregierung bliebe damit ihrem Versprechen treu, dass eine Rückkehr möglichst freiwillig, vor allem aber nur in Sicherheit und Würde erfolgen darf“, so Naß.

Die Sicherheitslage in Afghanistan bleibt prekär und hat sich in den letzten Monaten und Wochen erneut dramatisch verschlechtert. Das bestätigt der aktuelle Bericht des UNHCR zur Lage in dem Land. Fast täglich werden aus Afghanistan Selbstmordanschläge und bewaffnete Auseinandersetzungen vermeldet. Darunter leidet vor allem die Zivilbevölkerung. Dies schließt nicht aus, dass einige Gebiete des Landes zeitweilig sicher sind. Anschläge wie beispielsweise in Masar-i-Sharif und Kabul aber zeigen, wie schnell sich auch dort die Situation ändern kann. Hinzu kommt die besorgniserregende Menschenrechtslage in dem Land.

Vor diesem Hintergrund sind aus Sicht der Diakonie Abschiebungen nach Afghanistan grundsätzlich nicht zu verantworten. „Es ist richtig, dass sich die Landesregierung auch bundesweit für einen Abschiebestopp einsetzen möchte“, sagt Landespastor Naß. „Gleichzeitig sollte die Integration afghanischer Flüchtlinge verstärkt gefördert werden. Die Diakonie befürwortet die Öffnung der landesfinanzierten Sprachorientierungskurse für diese Menschen und fordert dies ebenfalls für die bundesfinanzierten Sprach- und Integrationsmaßnahmen. Außerdem setzen wir uns für die eingehende Einzelfallprüfung ihrer Asylanträge ein.“   

Für Rückfragen:

Friedrich Keller…...Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,

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