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Überschuldung vermeiden – Gesellschaftsspiel stärkt Präventionsarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe

Rendsburg / Ratzeburg, 7. Februar 2017 I Die Diakonie in Schleswig-Holstein stärkt die Prävention gegen Überschuldung von jungen Erwachsenen. Dazu werden in den kommenden Wochen 100 Exemplare des Gesellschaftsspiels „Ein x Eins. Was kostet das Leben?“ an Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe verteilt. „Das Spiel bietet einen niedrigschwelligen Zugang, um mit Jugendlichen über die Themen Geld und Schulden ins Gespräch zu kommen“, sagt die Leiterin der Koordinierungsstelle Schuldnerberatung in Schleswig-Holstein Alis Rohlf.

Die Diakonie Stiftung unterstützt die Aktion mit 5.000 Euro. Vorstand Bernd Hannemann überreichte heute die ersten Spiele an die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung „Gleis 21“ in Ratzeburg.

Laut Statistischem Bundesamt sind 6,5 Prozent der Menschen, die in Schleswig-Holstein eine Schuldnerberatung aufsuchen, unter 25 Jahre alt. Die Koordinierungsstelle Schuldnerberatung geht aber davon aus, dass die Dunkelziffer wesentlich höher liegt. Die wesentliche Ursache für eine Überschuldung ist auch in dieser Altersgruppe Arbeitslosigkeit. Geringe Nettoeinkommen oder fehlende Berufsabschlüsse verstärken das Problem. Dabei hatten 2015 gut 60 Prozent der ratsuchenden jungen Erwachsenen Schulden bei Telekommunikationsunternehmen, knapp 32 Prozent bei Energieunternehmen und nahezu 24 Prozent bei Vermietern.

„Diese Zahlen belegen, wie wichtig es ist, die Präventionsarbeit bei Jugendlichen zu stärken“, so Alis Rohlf. „Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass Finanzwissen allein nicht ausreicht, um Überschuldung zu vermeiden.“  

„Ziel des Spiels ist es deshalb, junge Menschen für mögliche Schuldenfallen zu sensibilisieren und sie praxisnah zum Nachdenken über ihr eigenes Konsumverhalten anzuregen“, sagt einer der Autoren des Spiels Frank Tews. „Dabei lernen sie Haushaltspläne aufzustellen, Kosten zum Beispiel von Autos oder Krediten richtig einzuschätzen und mit plötzlich eintretenden Ereignissen wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit umzugehen.“ Frank Tews arbeitet bei der diakonischen Schuldnerberatung in Mölln und hat seine Berufserfahrungen in das Spiel einfließen lassen.

Neben ambulanten Jugendtreffs und Beratungsstellen soll auch die stationäre Kinder- und Jugendhilfe von dem Spiel profitieren. „Aufgabe der stationären Einrichtungen ist es, Jugendliche auf ein selbständiges Leben vorzubereiten“, sagt die Referentin für Kinder- und Jugendhilfe beim Diakonischen Werk Schleswig-Holstein Petra Opelt. „Dazu gehört auch, dass sie mit dem zur Verfügung stehenden Geld wirtschaften können. Das Spiel „Ein x Eins“ ist eine gute Möglichkeit, mit den Jugendlichen spielerisch die Realität zu simulieren und so eine spätere Überschuldung zu vermeiden bzw. im Fall der Fälle möglichst rechtzeitig Hilfe zu holen." 

„Ein x Eins. Was kostet das Leben?“ ist im Drei-W-Verlag erschienen und kostet rund 50 Euro. Mehr Informationen stehen unter www.schuldnerberatung-sh.de zur Verfügung.

Für Rückfragen:

Friedrich Keller…...Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,

                                  Tel: 04331-593 197; Mobil: 0174-94 500 90