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Was ist Diakonie

Die Diakonie ist der soziale Dienst der evangelischen Kirche. Wir verstehen unser Handeln als gelebte Nächstenliebe in der Nachfolge Jesu Christi. Im Zentrum unserer Arbeit stehen Kinder und Familien, Ausgegrenzte, Pflegebedürftige, Kranke, Menschen mit Behinderung sowie Migrantinnen und Migranten. Für diese Menschen setzen sich deutschlandweit 430.000 Mitarbeitende ein.

Diakonie in Schleswig-Holstein

Im Land zwischen den Meeren ist die Diakonie der größte Wohlfahrtsverband. Hier arbeiten rund 28.000 Hauptamtliche in mehr als 900 Einrichtungen und Angeboten in freier Trägerschaft. Zusätzlich engagieren sich viele Tausend Ehrenamtliche. Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein mit Sitz in Rendsburg ist der Dachverband der Diakonie im Norden.

Das Kronenkreuz

Das Kronenkreuz ist das Zeichen der Diakonie und Bestandteil des heutigen Logos. Die Grundlage des diakonischen Handelns ist das Kreuz als Symbol allen menschlichen Leids im Angesicht Gottes. Die Krone weist auf Hoffnung und Auferstehung hin. Der senkrechte Kreuzbalken steht für das I, die Krone für das M. IM ist die Abkürzung für „Innere Mission“. Seit 1925 diente das Kronenkreuz zunächst als Zeichen der Inneren Mission. 1930 wurde es vom internationalen Verband der Diakonie übernommen und garantiert seither ein einheitliches Erscheinungsbild.

Wohlfahrtsverband mit langer Tradition

Die Anfänge der Diakonie liegen im Jahr 1848. Es war eine Zeit wachsender sozialer Probleme. Die Bevölkerung wuchs rasant, die Industrialisierung nahm an Fahrt auf und immer mehr Menschen zogen vom Land in die Städte. Vor diesem Hintergrund wurde auf dem ersten evangelischen Kirchentag in Wittenberg der "Central-Ausschuss für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche" gegründet. Treibende Kraft war der Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881). Nach dem Kirchentag in Wittenberg wurden überall in Deutschland regionale und lokale Zusammenschlüsse der Inneren Mission gegründet. Es entstand ein Netzwerk aus Vereinen und Verbänden, die evangelische Krankenhäuser, Pflegeheime und Stadtmissionen gründeten.

Im Kaiserreich und in der Weimarer Republik beteiligte sich die Diakonie am Aufbau des deutschen Sozialstaats. Als Verband der Freien Wohlfahrtspflege bildet die Diakonie seither eine wesentliche Säule unseres Sozialsystems.

Die Jahre zwischen 1933 und 1945 erlebte die Diakonie zwischen Widerstand und schuldhafter Verstrickung in das verbrecherische System des Nationalsozialismus. Infolge des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" wurden auch in diakonischen Einrichtungen zahlreiche Sterilisationen durchgeführt. Nach Kriegsbeginn ging der NS-Staat systematisch dazu über, behinderte und psychisch kranke Menschen zu töten. Dieser angeblichen "Euthanasie" fielen auch tausende Patienten aus evangelischen Einrichtungen zum Opfer.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1945 das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland gegründet. Es verteilte zunächst Hilfssendungen von Partner-Kirchen im Ausland. Kriegsheimkehrer, Vertriebene und Flüchtlinge wurden in Lagern betreut und bei der Integration unterstützt.

1957 schlossen sich die Innere Mission und das Hilfswerk unter dem Namen "Innere Mission und Hilfswerk der EKD" zusammen. Durch die Gründung des "Diakonischen Werkes der EKD e.V." im Jahre 1975 wurde das Hilfswerk der EKD formal aufgelöst.

1959 startete die Aktion „Brot für die Welt“, um in Entwicklungsländern Menschen in Not zu helfen und langfristige Projekte zur Selbsthilfe zu organisieren.

In der DDR konnte die Diakonie trotz staatlicher Beschränkungen weiterarbeiten. Sie entlastete das Sozial- und Gesundheitssystem im erheblichen Ausmaß. Unter dem Dach der Diakonie wurden Krankenhäuser und Heilstätten betrieben sowie Fachkräfte ausgebildet. Darüber hinaus engagierte sich die Diakonie in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. In den 80er Jahren stellten diakonische Einrichtungen rund die Hälfte aller vorhandenen Plätze für Schwer- und Schwerstbehinderte.

Seit 1991 sind ost- und westdeutsche Diakonie organisatorisch wieder vereint.