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  • Diakonie Schleswig-Holstein

Diakonie-Präsident Lilie zu Gast beim Landesverein

Der Präsident der Diakonie Deutschland, Pfarrer Ulrich Lilie, sprach am 9. August in Rickling mit Schülerinnen und Schülern der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Landesvereins für Innere Mission in Schleswig-Holstein, die an der bundesweiten Kampagne der Diakonie „Türen öffnen. Gerechtigkeit leben“ teilgenommen haben.

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Alle Beteiligten bewerteten das Treffen in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Landesvereins als anregende Begegnung und Diskussion (von links; Reihe hinten): Jana Weidner, Natalie da Silva Paletta, Elaine Hamann, Daniela Böder (Lehrkraft), Iris Gebh (Schulleiterin), Pfarrer Ulrich Lilie (Präsident der Diakonie Deutschland), Michelle Steffen, Denise Kreutz, Heidemarie Thissen (Praxisanleiterin), Melanie Gajewski, Svenja Zychski, Katharina Focht, (Reihe vorn:) Manfred Dickmanns (Lehrkraft), Viktor Tröster, Pastor Andreas Kalkowski (Direktor des Landesvereins), Florian Janzen, Anna Kröger.

 

Anlass für den Besuch von Präsident Lilie in Rickling war die engagierte Teilnahme der Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Landesvereins an der Kampagne der Diakonie Deutschland „Türen öffnen. Gerechtigkeit leben“. Mehr als 70 Schüler aus drei Kursen hatten Ende 2016 mitgemacht und sich einen Tag lang intensiv mit der Frage beschäftigt, was Gerechtigkeit für sie bedeutet. Im Sinne der Kampagne haben sie diese Auseinandersetzung kreativ auf den Türen ihrer Klassenzimmer dargestellt. In den sechs sehr unterschiedlichen Darstellungen – von symbolischen Bildern bis hin zu Comic-Figuren – geht es darum, wie Menschen miteinander leben, um den Zustand der Welt, um Chancengleichheit, Gleichberechtigung, Teilhabe, Toleranz, Freiheit und darum, die Gesellschaft und die Welt zu gestalten.

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2017 feiert die Evangelische Kirche 500 Jahre Reformation. Zu den Veranstaltungen und Aktivitäten in diesem Jahr gehört die Kampagne, mit der die Diakonie Deutschland bundesweit Mitarbeiter und Ehrenamtliche eingeladen hat, ihre Sichtweisen und Erfahrungen auf einer Tür öffentlich zu machen, wie es Luther am 31. Oktober 1517 mit seinen 95 Thesen getan hat. Ziel ist es, das Thema Gerechtigkeit aus diakonischer Perspektive vielschichtig darzustellen, Zeichen zu setzen, Fragen aufzuwerfen, zu bewegen.

Viele haben sich an der Kampagne beteiligt und Türen gestaltet, um auf kreative Weise deutlich zu machen, was in unserer Welt gerecht ist und was ungerecht. Die Türen werden als Botschafter im Internet, in regionalen Ausstellungen und zur Weltausstellung der Reformation 2017 in Wittenberg einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Für die Präsentation in Wittenberg wurden Anfang März 2017 die 62 besten Entwürfe durch eine Jury ausgewählt. Dazu gehörten alle sechs Türen der Auszubildenden des Landesvereins, deren Abbilder nun Teil des „Türhauses der Gerechtigkeit“ auf dem Marktplatz in Wittenberg geworden sind. Alle Türen in dem dreigeschossigen, begehbaren Kunstwerk wurden mit QR-Codes versehen, so dass Besucher des Türhauses im Internet Beschreibungen der Gestalter finden können (www.diakonie2017.de).

Da die Motive auf schweren Brandschutztüren entstanden, wurden Fotos von den Originalen gemacht, auf Klebefolien gedruckt und diese auf eigens dafür angeschafften, einfachen Türen aufgebracht.

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Am 9. August in Rickling erläuterten 12 der Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege Präsident Lilie die Intentionen der Darstellungen auf den sechs Türen und machten deutlich, dass diese auch heute noch für sie eine Bedeutung haben. Schulleiterin Iris Gebh schilderte, dass dieses Projekt Schüler und Lehrer für das Thema sensibilisiert habe. „Jede Tür ist tägliche Anregung und Herausforderung, sich mit den gesellschaftlichen und politischen Ereignissen auseinanderzusetzen und sie immer wieder neu zu betrachten.“ Das bestätigten die Schüler. „Dabei sind es immer wieder andere Aspekte, die einem an den Türen auffallen und zum Nachdenken und Diskutieren anregen“, beschrieben Elaine Hamann und Jana Weidner, die die Tür „Ge(h)recht“ vorstellten. Der auf dieser Tür im Zentrum stehende Baum verdeutliche, dass Fairness, Gleichberechtigung, Freiheit, Empathie und Toleranz die Wurzeln der Gerechtigkeit seien. Das spiele aber nicht nur im großen Rahmen eine Rolle, machten Natalie da Silva Paletta und Svenja Zychski bei der Vorstellung der Tür mit den Comic-Figuren, die große und kleine Helden zeigt, deutlich. Jeder sei gefragt, in „seiner kleinen Welt“ seinen Mitmenschen fair und tolerant zu begegnen. „Die Zukunft der Welt entscheidet sich vor Ort“, beschrieb Viktor Tröster die zentrale Aussage der Tür, die u.a eine Weltkugel mit dem Schriftzug „It’s YOUR choice“ zeigt.

g force 17 i kopieVon der engagierten Auseinandersetzung mit dem Thema „Gerechtigkeit“ und der kreativen Umsetzung durch die Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege zeigte sich der Präsident der Diakonie Deutschland sehr angetan. „Ich finde, diese sechs Türen sind eindrucksvolle Zeugnisse eines lebendigen Glaubens, einer großen Sehnsucht nach Gerechtigkeit, die schon die Psalmen und die Botschaft der Propheten prägt. Auch dafür steht Diakonie: Dass diese Sehnsucht nach erlebbarer Gerechtigkeit wach bleibt, dass wir uns gemeinsam konkret und kreativ für diese Gerechtigkeit einsetzen – und zwar in der politischen Arbeit in Berlin wie auch bei der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege in Rickling.“

Die Schüler hatten sich intensiv auf die Diskussion mit Pfarrer Lilie vorbereitet. „Mit dem Besuch von Herrn Pfarrer Lilie eröffnete sich für 12 Auszubildende die Möglichkeit, mit dem Präsidenten der Diakonie Deutschland die ganz persönlichen Aspekte, die beruflichen Aspekte, die weltpolitischen Aspekte und natürlich die diakonischen Aspekte der Gerechtigkeit zu beleuchten“, berichtete Schulleiterin Iris Gebh. “Wir sprachen über die gesellschaftliche Anerkennung für den Pflegeberuf, gerechte und gleiche Bezahlung von Männern und Frauen, über den diakonischen Gedanken zur Gerechtigkeit und über die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation in Europa.“

„Die Wirkung der Impulse Luthers zum Thema Gerechtigkeit hält bis heute an. Gleichzeitig sehen wir, dass auch 500 Jahre nach der Reformation viele Menschen von Teilhabe und Mitgestaltungsmöglichkeiten ausgeschlossen sind. Noch immer leben Menschen in prekären Lebenslagen – ausgegrenzt oder heimatlos. Darum bleibt Gerechtigkeit nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine leuchtende Vision unserer Arbeit“, betonte Ulrich Lilie.

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„Das Engagement junger Menschen für Gerechtigkeit in der Welt ist ein echtes Hoffnungszeichen“, sagte Pastor Andreas Kalkowski, Direktor des Landesvereins. „Sie werden die Kirche mit ihrer Diakonie und unsere Gesellschaft einmal gestalten. Unsere Aufgabe heute ist es, ihnen die bestmögliche Ausbildung zu geben, sie zu stärken und zu befähigen, sich ihre eigene Meinung zu wichtigen Themen zu bilden. Dann brauchen wir uns um die Zukunft nicht so große Sorgen zu machen – weder in der Pflege, noch in der Kirche oder in der Gesellschaft. Der Besuch von Pfarrer Lilie macht den Schülern wie auch anderen Mitarbeitenden deutlich, dass wir Teil der großen diakonischen Gemeinschaft sind, die viel Gutes für Menschen bewegen kann.“