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  • Diakonie Schleswig-Holstein

Leben im Alter und Pflege

002Ausgangslage:

Die Altenhilfe in Schleswig-Holstein steht vor großen Herausforderungen. Nach Berechnungen des Statistikamtes Nord werden 2030 fast 36 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein 60 Jahre und älter sein. Die Zahl der Hochbetagten steigt bis dahin um 83.500, das ist ein Plus von 53,6 Prozent. Entsprechend wird es mehr Pflegebedürftige geben als heute. Gleichzeitig ist mit einem Fachkräftemangel zu rechnen.

Von dieser Entwicklung besonders betroffen sind die ländlichen Regionen. Dort wird die flächendeckende Betreuung zunehmend erschwert. Hinzu kommt, dass sich ambulante Pflegedienste aus diesen Gebieten zurückziehen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können oder kein Personal finden. Dabei soll die häusliche Pflege eigentlich gegenüber der stationären Pflege gestärkt werden.

Forderungen:

In ganz Schleswig-Holstein sollte auch künftig eine flächendeckende und breit gefächerte Altenhilfe sichergestellt werden. Dazu ist es dringend geboten, einen Pflegebedarfsplan aufzustellen. Dieser sollte valide Prognosen zur Zahl der Pflegebedürftigen sowie zum Bedarf an Pflegeeinrich-tungen und Pflegekräften beinhalten. Hierbei sind die Besonderheiten von Schleswig-Holstein mit den ausgeprägten ländlichen Regionen zu beachten. Nur so können Modellprojekte zu alternativen Wohn- und Betreuungsformen oder zur Personalgewinnung ermöglicht und getestet werden. Darüber hinaus muss eine kompetente Beratung sichergestellt werden, die die komplexen Zusammenhänge der Pflege vermitteln kann.

Damit Menschen weiter in der Pflege arbeiten, müssen ihre Arbeitsplätze attraktiv gestaltet und angemessen bezahlt sein. Zusätzlich ist es dringend nötig, die Ausbildung von Pflegekräften weiter zu stärken. Eine Umlagefinanzierung wäre hierzu ein wichtiger Beitrag.