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  • Diakonie Schleswig-Holstein

StammtischkämpferInnen

Fremdenfeindlichkeit - Rassismus

Mitarbeitende der Diakonie lassen sich zu „StammtischkämpferInnen“ ausbilden

 

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In Rollenspielen trainierten die Teilnehmenden ihre Schlagfertigkeit.

 

Rassistische Sprüche können einem beim Grillen mit dem Sportverein oder an der Supermarktkasse begegnen. Wie man in solchen Situationen richtig reagiert, erklärte Franziska vom „Netzwerk gegen Rassismus“ am 29. März bei einer Veranstaltung des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein in Rendsburg. Im Martinshaus gab sie Mitarbeitenden der Diakonie Tipps und Informationen für den richtigen Umgang mit fremdenfeindlichen Stammtischparolen.

Ihren Nachnamen möchte die 31-jährige Kielerin nicht verraten. Sie fürchtet Anfeindungen aus der „rechten Ecke“. Doch sie will etwas gegen Rassismus unternehmen, daher organisierte sie bereits die fünfte Veranstaltung dieser Art. Im Martinshaus erklärte sie den Teilnehmenden , wie sie die Schrecksekunde nach rassistischen Äußerungen überwinden können, um anschließend Position zu beziehen. Den „Kampf“ am Stammtisch oder den sozialen Netzwerken dürfe man schließlich nicht den Rassisten überlassen, so Franziska.

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Sie leitete die Übungen an: Franziska vom „Netzwerk gegen Rassismus“ (links).

 

Franziska vermittelte Argumentationshilfen, um auf Sprüche wie: „Für unsereiner ist nichts da, aber die Flüchtlinge kriegen alles hinterhergeworfen“ gewappnet zu sein.  Solche Parolen würden häufig angewandt, um Gruppen gegeneinander auszuspielen, erklärte sie. Es gelte, dieser Aussage deutlich zu widersprechen. Asylbewerber bekämen schließlich weniger Geld als ein Hartz-IV-Empfänger, so Franziska.

Doch nicht immer müsse man in die Argumentation gehen, sagte Teilnehmerin Renate Wegner: „Es kann auch eine Strategie sein, der Situation aus dem Weg zu gehen. Rechte Parolen nerven mich einfach.“ Gegen diese komme sie mit Fakten häufig nicht an.

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Gegen Parolen wie diese wollen die Teilnehmenden "kämpfen".

 

Franziska geht es mit den Schulungen darum, Ängste auf Seiten der Gesellschaft vor rechten Äußerungen abzubauen. „Ich wünsche mir, dass sich „Anti-Rechts-Bündnisse“ noch besser vernetzen“, sagte sie am Rande der Veranstaltung. Auch im Internet müsse man den Rassisten Paroli bieten. Diskriminierende Kommentare dürften nicht hingenommen werden. Es sei von großer Bedeutung, den Hetzern mit deutlichen Meinungen Gegenwind zu bieten, so Franziska. Durch den Widerspruch sollen die Teilnehmenden die Stimmung ihres Umfelds beeinflussen und unentschlossenen Menschen ein Beispiel geben.

Das Netzwerk „Aufstehen gegen Rassismus“ hat bislang in Deutschland mehr als 2500 StammtischkämpferInnen ausgebildet. Bis zur Bundestagswahl sollen es 10000 sein. Wo und wann es weitere Seminare gibt sowie zusätzliche Informationen gibt es unter www.aufstehen-gegen-rassismus.de, www.aufstehen-netzwerk.de und bei Facebook.