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  • Diakonie Schleswig-Holstein

Unterwegs mit dem Landespastor

Heiko Naß zu Gast im Geschützten Wohnen in Rickling

Als Landespastor möchte sich Heiko Naß über die Arbeit der Diakonie in Schleswig-Holstein vor Ort informieren. Deshalb besucht er regelmäßig diakonische Einrichtungen und läuft dort als Praktikant einen Tag mit. "Das mache ich, um zu sehen, wie die Arbeit für die Menschen und mit den Menschen funktioniert", sagt er. Dieses Frühjahr war er zu Gast im  Psychiatrischen Zentrum Rickling. Dort hospitierte hat er im Geschützten Wohnen in Falkenhorst. Das gehört zum Bereich Bereich "Wohnen und Fördern".

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Der Landespastor wird von Wohnbereichsleiter Christoph Kokot (rechts) in Empfang genommen. Er zeigt ihm die Büroräume der Einrichtung, von denen man einen Großteil des Flures einsehen kann. 

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Dort am "Schwarzen Brett", an dem die Bewohner sich über Freizeitmöglichkeiten und Ausflügen informieren können, steht Sebastian S. Er freut sich schon auf die nächste Einkaufstour. Regelmäßig fährt ein Shuttlebus nach Rickling. Bewohner, die keine Begleitung benötigen, können eigenständig ins Dorf fahren, um Kleinigkeiten des Alltags zu kaufen: Süßigkeiten, Zeitschriften oder Tabak. Dafür stehen den Bewohnern im Monat 100 Euro Taschengeld zur Verfügung. 

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Die Mitarbeiter des Geschützten Wohnens bieten regelmäßige Spielenachmittage an. Massihullah A. spielt am liebsten Mensch-Ärgere-Dich-Nicht. Praktikant Naß setzt sich dazu und schaut dem Bayern-Fan über die Schulter. 

20170405 103307Der Landespastor läuft über den Gang der Einrichtung. Er darf einen Blick in das Zimmer eines Bewohners werfen. Es ist ein Einzelzimmer. An der Wand hängt ein Wochenplan, der mit kleinen Bildchen versehen ist. "Wir arbeiten viel mit Bildern, weil einige Bewohner nicht oder nur wenig lesen können", sagt Wohnbereichsleiter Kokot. Die Bewohner zeigen Interesse am Landespastor und stellen Fragen. So einen Gast hat man nicht alle Tage im Geschützten Wohnen. "Man sollte nicht vergessen, dass die Menschen, die hier zeitweise wohnen, zumeist schwer krank sind", sagt Wohnbereichsleiter Kokot. Einige haben Drogen- und Alkoholprobleme. Andere Bewohnern hatten eine schwierige Kindheit und machten Gewalterfahrungen. "Für viele ist die Unterbringung hier bei uns eine Art Erholung, weil sie die schwierigen Lebenssituationen hinter sich lassen können ", sagt Kokot. "Hier machen sie andere Erfahrungen. Und wir bieten Hilfen zur Veränderung an." Es geht den Mitarbeitern darum, die psychischen Erkrankungen ihrer Bewohner zu mildern. So soll die Lebensqualität der Menschen verbessert werden. Das Konzept der Einrichtung: einen Neustart zu ermöglichen durch Zuwendung, Anerkennung und Förderung von Selbstbestimmung und -verantwortung.

Landespastor Naß gefällt, wie die Mitarbeitenden auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der teils angespannten Bewohner eingehen. „Mich hat bei meinem Besuch sehr beeindruckt, mit wie viel Ruhe und Gelassenheit die Mitarbeitenden im Geschützten Wohnen auf die Stabilisierung der Menschen einwirken können“, sagt er. „Das ist gute Arbeit, die hier gemacht wird.“