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Menschen mit Behinderungen: Neue Sprechstunde hilft beim Durchqueren des „Ämter-Dschungels“

Rendsburg / Meldorf, 22. Mai 2017 I Damit Menschen mit Behinderungen in Dithmarschen selbstbewusst und auf Augenhöhe ihre Belange bei Ämtern und Behörden vorbringen können, hat das Diakonische Werk Schleswig-Holstein eine Sprechstunde in Meldorf eingerichtet. Dort wird eine ergänzende, unabhängige Beratung angeboten. Ähnliche Angebote gibt es bereits in Schleswig und Kiel. Die Beratung ist Teil des Projekts „Auf Augenhöhe“ der Diakonie.

Die Sprechstunde richtet sind an Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen oder Bekannten. Damit soll erreicht werden, dass künftige Anträge bei Ämtern selbstständig und auf Augenhöhe mit den Behörden gestellt werden können. „Unser Angebot ist ein Wegweiser durch den Ämterdschungel“, sagt Projektmitarbeiterin Barbara Carstensen. „Wir wollen die Menschen mit Behinderungen befähigen, Informationen über Sozialleistungen an der richtigen Stelle einzuholen.“ Davon profitiere der Antragsteller genauso, wie die Mitarbeitenden in den Behörden, so Carstensen.
Bei der Beratung geht es um Hilfeleistungen der öffentlichen Hand, mit denen Menschen mit Behinderung zum Beispiel möglichst selbstbestimmt wohnen und leben können. Wer diese Leistungen nutzen möchte, muss zunächst mit dem Sozialleistungsträger einen Teilhabeplan erarbeiten. Dort wird der persönliche Hilfebedarf festgestellt.

Das Beratungsangebot in Meldorf findet alle 14 Tage freitags zwischen 10 und 12 Uhr im Johann-Hinrich-Wichern-Haus, Nordermarkt 8 statt. Anmeldungen sind beim Diakonischen Werk Schleswig-Holstein unter Telefon 04331 593-141 oder 04331 593-230 möglich.

Das Projekt „Auf Augenhöhe“ umfasst neben den Sprechstunden auch eine Beratung durch Peers. Das sind Menschen mit Behinderung, die eigene Erfahrungen im Hilfesystem haben und ihre Situation bereits gezielt verbessern konnten. Sie werden zu Teilhabebegleitern qualifiziert. „Als Peer weiß ich, wie ich mit Problemen meiner Erkrankung gut umgehen kann. Damit bin ich ein Vorbild für Ratsuchende“, meint Heike Struss vom Projekt „Auf Augenhöhe“.

Das Projekt läuft noch bis März 2019. Die Kosten werden gemeinsam vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein und mehreren diakonischen Einrichtungen getragen.