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Flüchtlingskonferenz: Landespastor wird Botschafter für Flüchtlingsarbeit in Schleswig-Holstein

Rendsburg/Lübeck, 9. November 2016 I Bei der Flüchtlingskonferenz heute (9.11.2016) in Lübeck ist Landespastor Heiko Naß zum Botschafter für eine freiwillige Rückkehrberatung ernannt worden. „In erster Linie setzt sich die Diakonie für die Integration von Flüchtlingen ein“, so Naß. „Wir unterstützen aber auch ausreisepflichtige und –willige Menschen, damit sie eine Perspektive bekommen und zwangsweise Abschiebungen verhindert werden können.“ Die freiwillige Rückkehrberatung ist eine von zehn Leitlinien, die die Landesregierung für die künftige Flüchtlingsarbeit vorgeschlagen hat.

Durch die geänderte Gesetzeslage und Abschiebepraxis wird deutschland- und landesweit eine wachsende Zahl von Zufluchtsuchenden in die Herkunftsländer abgeschoben. Für die Betroffenen bedeutet das in den meisten Fällen eine immense psychische Belastung und Perspektivlosigkeit. Auch für die Migrationsfachdienste und staatlichen Behörden ist diese Praxis mit erheblichen Belastungen verbunden.        Darüber hinaus entscheiden sich zunehmend auch Menschen mit einer guten Bleiberechtperspektive, freiwillig in ihre Heimat zurückzugehen, weil sie die langen Wartezeiten im Asylverfahren nicht mehr aushalten oder aus Sorge um ihre Angehörigen.

Vor diesem Hintergrund unterstützt die Diakonie das Anliegen, die unabhängige, freiwillige Rückkehrberatung zu stärken. Dabei sollen den ausreisepflichtigen und    –willigen Migrantinnen und Migranten Wege aufgezeigt werden, wie sie in ihrer Heimat eine neue Existenz aufbauen können. „Ein menschenwürdiger Umgang mit Flüchtlingen bemisst sich auch daran, wie wir mit den Menschen umgehen, die hier keine Bleibeperspektive haben“, sagt Landespastor Naß.

Die Diakonie ist bereit, sich am Aufbau unabhängiger Rückkehrberatungsstellen zu beteiligen. Darüber hinaus wird zurzeit im Rahmen eines AMIF-Projektes gemeinsam mit dem Landesamt für Ausländerangelegenheiten ein strategisches Rückkehrberatungs- und Managementkonzept entwickelt. Dieses soll künftig die Arbeit der Migrationsfachdienste im Land unterstützen und gleichermaßen Leitlinie für die schleswig-holsteinischen Ausländerbehörden sein.

 

Für Rückfragen:

Friedrich Keller…...Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,

                                  Tel: 04331-593 197; Mobil: 0174-94 500 90