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Diakonie startet Winternotprogramm für Wohnungslose

Rendsburg, 5. Dezember 2016 I Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein unterstützt Wohnungslose in der kalten Jahreszeit mit Schlafsäcken, warmer Kleidung und zusätzlichen Notunterkünften. „Wir wollen verhindern, dass Menschen, die auf der Straße leben, bei Frost und Schnee erkranken oder erfrieren“, sagt Landespastor Heiko Naß. „Sie brauchen gerade jetzt unsere besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung.“ Das Land Schleswig-Holstein fördert das Winternotprogramm mit 20.000 Euro. 

Das Winternotprogramm richtet sich vor allem an Wohnungslose, die „Platte machen“, also nur auf der Straße leben. In Schleswig-Holstein sind davon zwischen 100 und 150 Menschen betroffen. Sie haben kein festes Dach über dem Kopf und lehnen es ab, in den bestehenden Notunterkünften zu übernachten. In Husum hat die Diakonie deshalb von Dezember bis März eine komplett eingerichtete Wohnung angemietet, in der bis zu vier Personen untergebracht werden können. Dort erhalten die Betroffenen bei Bedarf auch warme Kleidung. Beim Tagestreff für wohnungslose Männer in Flensburg werden auf Wunsch Schlafsäcke, feste Schuhe, Socken und Winterjacken ausgegeben. Die Stadt Kiel stellt drei beheizbare Container zur Verfügung, die von der Diakonie betreut werden.

Neben den Obdachlosen, die auf der Straße leben, nutzt in Schleswig-Holstein eine steigende Zahl von Wohnungslosen die bereits bestehenden diakonischen Notunterkünfte beispielsweise in Kiel, Lübeck und Neumünster. Dabei stoßen die Einrichtungen zunehmend an ihre Grenzen. „Bei uns im Bodelschwinghhaus ist der Andrang so groß, dass wir Notbetten aufstellen mussten“, sagt Jörg Spriewald von der Stadtmission in Kiel. „Es wird dennoch niemand abgewiesen.“ Ganz ähnlich ist die Situation im Bodelschwinghhaus in Lübeck. Dort wurden jetzt zusätzlich in den Fluren Matratzen ausgelegt.  

In den vergangenen Jahren ist insgesamt in Schleswig-Holstein die Zahl der Wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen stetig angestiegen. 2015 wurden in den Beratungsstellen und Notunterkünften der Diakonie rund 6.500 Rat- und Hilfesuchende gezählt. Das waren gut 1.000 mehr als 2014. Besonders angespannt ist die Lage in den vier kreisfreien Städten. In Flensburg, Kiel, Lübeck und Neumünster nahmen im vergangenen Jahr mehr als 4850 Menschen die Hilfsangebote in Anspruch. Eine wesentliche Ursache ist neben den ganz persönlichen Notlagen der Betroffenen der anhaltend hohe Druck auf dem Markt für bezahlbare Wohnungen. Während immer mehr Sozialwohnungen aus der Bindung fallen, wächst gleichzeitig die Zahl der Bedürftigen.

Um zeitnah Abhilfe zu schaffen, verfolgt die Vorwerker Diakonie in Lübeck seit diesem Jahr ein neues Konzept. Sie mietet Wohnungen an, die dann an Menschen weitervermietet werden, die schon länger in einer Notunterkunft leben. „Auf diese Weise konnten wir Wohnungslosen schon 28 Wohnungen zur Verfügung stellen“, so Lutz Regenberg von der Vorwerker Diakonie. „Das ist ein erster Erfolg und wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr weitere Vermieter von unserem Konzept überzeugen können.“

Für Rückfragen:

Friedrich Keller.........Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein

                                     Tel: 04331-593 197; Mobil: 0174-94 500 90