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Studie zur Sozialwirtschaft in Schleswig-Holstein: Soziale Arbeit hat volkswirtschaftlich positive Effekte

Kiel. 15. März 2017 I Menschen müssen gepflegt, betreut, beraten und integriert werden. Diese sozialen Aufgaben kosten Geld. Doch das Geld ist nicht einfach weg. Von jedem Euro für Soziale Arbeit fließen Anteile wieder zurück in die Volkswirtschaft. Dieser Effekt der sogenannten Sozialwirtschaft für Schleswig-Holstein wurde nun wissenschaftlich untersucht. Prof. Dr. Klaus Schellberg vom Institut xit GmbH forschen.planen.beraten  in Nürnberg stellte die Studie jetzt Politik, Ministerien und Medien vor. Aus statistischem Material und eigens in 67 Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege erhobenen Daten in repräsentativ ausgewählten Feldern der Sozialwirtschaft konnte das Institut erstmals belastbare Daten zu der Arbeit der freien Wohlfahrtspflege in Schleswig-Holstein anstellen.

Einige Kernaussagen der Studie, die mit aussagekräftigen Berechnungen belegt sind:

Die Freie Wohlfahrtspflege ist Steuer- und Beitragszahler
Rund 52% der öffentlichen Mittel, die Einrichtungen und Dienste erhalten, fließen so direkt an die öffentliche Hand und die gesetzlichen Sozialversicherungen zurück. Rechnet man die Steuer- und Sozialabgaben hinzu, die durch eine Nachfrage der Einrichtungen ausgelöst werden, so erhöhen sich die öffentlichen Rückflüsse noch weiter.

Die Freie Wohlfahrtspflege ermöglicht Wachstum
Durch die diversen gesetzlich garantierten Hilfs- und Betreuungsangebote für Menschen in unserer Gesellschaft werden Familien und Unternehmen entlastet und es wird eine höhere Beschäftigung ermöglicht. Durch die Betreuungsangebote für Kinder beispielsweise stehen Eltern wieder früher dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.
Die Studie zeigt im Ergebnis, dass aktuell ca. 59.500 Menschen in der Freien Wohlfahrtspflege arbeiten. Neben den direkt bei der Wohlfahrtspflege Beschäftigten werden durch die notwendigen Leistungen zur Unterstützung der hilfebedürftigen Menschen zusätzlich ca. 40.000 Arbeitsplätze durch „Zulieferer“ geschaffen. Unter den Aspekten der Demografie und der mittelfristigen Bevölkerungsentwicklung ist für den Bereich der Sozialwirtschaft davon auszugehen, dass zusätzliche Hände zur Durchführung der sozialen Aufgaben notwendig sein werden.

Die freie Wohlfahrtspflege fördert eine Entlastung der sozialwirtschaftlichen Aufgaben
Neben den hauptamtlich Beschäftigten in der freien Wohlfahrpflege  engagieren sich für soziale Hilfeleistungen der freien Wohlfahrtspflege laut Hochrechnung der amtlichen Statistiken ca. 120.000 Menschen ehrenamtlich!

Die Initiative, eine solche Sozialwirtschaftsstudie zu erstellen ging von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände aus. Der Vorsitzende der LAG, Thorsten Geerts zu den Ergebnissen der Studie:

„Die primäre Wirkung der Sozialwirtschaft zielt auf bessere Lebensqualität, bessere Teilhabechancen, die Entwicklung der Leistungsempfänger und  in ein besseres,   solidarischeres  Sozialklima. Es lassen sich jedoch auch volkswirtschaftliche Wirkungen feststellen. Ausgaben für notwendige soziale Aufgaben sind damit nicht einfach nur Kosten, sondern in zweiter Linie auch ein volkswirtschaftlicher Faktor.“

Die Studie zeigt aber auch zukünftige Problemfelder auf. So wird prognostiziert, dass in den nächsten fünf Jahren ca. 16.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Unternehmen der Freien Wohlfahrt aus Altersgründen verlassen werden. Das entspricht ca. ¼ aller Beschäftigten. Die Hälfte davon sind Fachkraftstellen. Hier ist dringender Handlungsbedarf geboten.

Für Rückfragen:

Friedrich Keller, Pressesprecher Diakonisches Werk SH

04331-593 197

keller@diakonie-sh.de