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Prüfsteine zur Landtagswahl 2017 – Diakonie präsentiert sozialpolitische Standpunkte

Rendsburg / Lübeck 28. Februar 2017 I Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl wirbt die Diakonie mit zehn Prüfsteinen für eine sozial ausgewogene Politik in Schleswig-Holstein. Die Standpunkte sollen Leitfaden und Entscheidungshilfe für die Wählerinnen und Wähler sein. In den kommenden Wochen werden die Wahlprüfsteine bei einer landesweiten Gesprächsreihe vorgestellt und mit Landtagskandidatinnen und –kandidaten diskutiert. Die Auftaktveranstaltung findet heute Abend (18.00 Uhr) in Lübeck statt.

„Wir erwarten von den Parteien eine vorausschauende Sozialpolitik“, fordert Landespastor Heiko Naß. „Nur so können wir ein soziales Gefüge garantieren, in dem Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Lebens- und in Notlagen anerkannt und gefördert werden. Die Prüfsteine geben Denkanstöße für notwendige Veränderungen. Sie sind die diakonische Agenda für Schleswig-Holstein.“

Die Prüfsteine der Diakonie umfassen Themen wie bezahlbares Wohnen, Kindertagesstätten, die Zukunft der Pflege und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am sozialen und kulturellen Leben. In einer Broschüre werden dazu Hintergrundinformationen geliefert und die Forderungen der Diakonie benannt.

Bei vier öffentlichen Podiumsdiskussionen in Lübeck, Breklum (1.3.2017), Flensburg (20.3.2017) und Neumünster (30.3.2017) sollen jeweils zwei Schwerpunktthemen diskutiert werden. In Lübeck stehen die Kindertagesstätten und bezahlbares Wohnen im Mittelpunkt. Hierzu werden Klaus Schlie (CDU), Wolfgang Baasch (SPD), Marlies Fritzen (Bündnis 90/Die Grünen), Christopher Vogt (FDP) und Arne Wulf (Piratenpartei) befragt.

„In Schleswig-Holstein sind in den vergangenen Jahren viele neue Kitaplätze entstanden. Gleichzeitig ist das Kitasystem aber unterfinanziert“, so Markus Potten, Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein (VEK). „Es fehlen mindestens 60 Millionen Euro, vor allem aber ausreichend Erzieherinnen und Erzieher. Darunter leidet die Qualität der pädagogischen Betreuung.“ Gemeinsam mit der Diakonie setzt sich der VEK deshalb für eine auskömmliche Finanzierung der Kindertagesstätten sowie einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel ein.

Wie in vielen anderen Regionen Deutschlands fehlt auch in Schleswig-Holstein ausreichend bezahlbarer Wohnraum. Vor allem Menschen mit einem geringen Einkommen haben daher zunehmend Probleme, eine Wohnung zu finden. Dazu gehören unter anderem Rentner, Hartz-IV-Empfänger, Studenten und Flüchtlinge. Vor diesem Hintergrund ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Wohnungslosen kontinuierlich gestiegen. 2015 wurden in den diakonischen Beratungsstellen und Notunterkünften 6.500 Ratsuchende gezählt. „In Schleswig-Holstein herrscht nach wie vor ein großer Nachholbedarf beim Bau von Sozialwohnungen“, so Landespastor Naß. „Ich bin gespannt, welche Lösungsvorschläge dafür die Landtagskandidatinnen und -kandidaten präsentieren werden. Außerdem fordern wir ein Wohnungskontingent für Wohnungslose.“

Die Wahlprüfsteine können als gedruckte Broschüre beim Diakonischen Werk Schleswig-Holstein in Rendsburg bestellt oder als PDF-Datei unter www.diakonie-sh.de heruntergeladen werden.  

Für Rückfragen:

Friedrich Keller…...Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,

                                  Tel: 04331-593 197; Mobil: 0174-94 500 90