toggler
  • Diakonie Schleswig-Holstein

Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge

Landespastor Heiko Naß fordert eine bessere Unterstützung von traumatisierten Flüchtlingen in Schleswig-Holstein.  Nur so lasse sich vermeiden, dass ihre Erkrankung chronisch werde und einer Integration im Wege stehe.  Es sei wichtig, den Flüchtlingen Sicherheit und Zutrauen zu vermitteln - in sich selbst und in dieses Land, das es ihnen helfen will.

Nach Schätzungen des Diakonischen Werkes sind rund 40 Prozent der Asylsuchenden traumatisiert. Oft werde die Erkrankung aber erst sehr spät festgestellt, so Heiko Naß. Grund hierfür sei auch die sehr kurze Verweildauer in der Erstaufnahme in Neumünster. Hauptproblem ist aus Sicht des Diakonischen Werkes aber die  nicht eindeutige Rechtslage.  Das hat zur Folge, dass traumatisierte Flüchtlinge in den jeweiligen Kreisen unterschiedlich behandelt werden. Teilweise werden Anträge auf Unterstützung genehmigt, teilweise nicht. Außerdem ist die Vorbereitung für die Anträge sehr umfangreich und kompliziert und die notwendigen Dolmetscherdienste werden in der Regel nicht übernommen.

Vor diesem Hintergrund fordert das Diakonische Werk für Flüchtlinge einen verbesserten und unkomplizierten Zugang zu psychologischer und psychiatrischer Behandlung. Dazu müsse das Land den Kreisen ganz klar vorgeben, wie der rechtliche Hintergrund zu deuten sei, so Naß.  Zudem setzt sich die Diakonie für das Modell der Gesundheitskarte ein. Damit könnten die Flüchtlinge ganz einfach zum Arzt gehen. Außerdem lassen sich auf diesem Wege Verwaltungskosten einsparen. Das zeigt das Beispiel Hamburg. Dort konnten durch die Gesundheitskarte zuletzt rund 1,6 Millionen EURO pro Jahr eingespart werden.

Nicht zuletzt fordert das Diakonische Werk gemeinsam mit den anderen Wohlfahrtsverbänden ein Kompetenzzentrum für traumatisierte Flüchtlinge mit Sitz in Kiel. Nach Überzeugung der Landesarbeitsgemeinschaft LAG sollte dort ein Dolmetscherpool eingerichtet werden. Außerdem würde das Zentrum bei der Diagnose von Traumatisierungen helfen und Fachärzte in den Regionen vermitteln.

Das Diakonische Werk hilft jetzt schon traumatisierten Flüchtlingen. Die 32 diakonischen Migrationsfachstellen unterstützen die Asylbewerber in den Verfahren und vermitteln Hilfen. Nicht zu unterschätzen sei aber auch die das große Engagement von ehrenamtlichen Helfern auf diesem Gebiet, so Naß.