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  • Diakonie Schleswig-Holstein

Zwei Jahre nach der Flut: Katastrophenhilfe sichert Zukunft

Berlin/Rendsburg, 29. Mai 2015 I Zwei Jahre nach der Flutkatastrophe an Elbe, Saale und Donau zieht die Diakonie Katastrophenhilfe eine positive Bilanz ihrer Arbeit. Das Hilfswerk unterstützte seit Juli 2013 Flutopfer in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und in den osteuropäischen Nachbarländern mit bislang 19 Millionen EURO. Insgesamt standen 26 Millionen EURO an Fluthilfe-Mitteln zur Verfügung.

Das Geld floss in die Soforthilfe, die Instandsetzung, den Wiederaufbau und  die Katastrophenvorsorge. Die Begleitung der Betroffenen, insbesondere von Familien, Kleinunternehmern und einkommensschwachen Menschen, erwies sich als ebenso zentral wie aufwendig.  „Neben dem Wiederaufbau von Wohn- und Gewerberäumen spielten die Beratung im Umgang mit Banken und Versicherungen sowie die Ermutigung eine entscheidende Rolle“, so Fluthilfekoordinator Stefan Schröer. Viele Geschädigte waren schon zum zweiten Mal von Flut betroffen. Bislang hat das Hilfswerk 1.600 Anträge auf Unterstützung bewilligt und rund 10.000 Beratungsgespräche geführt.   

„Drei Faktoren waren für den Erfolg entscheidend: die Zusammenarbeit mit der Diakonie in den betroffenen Regionen, die Koordinierung durch unser Fluthilfebüro in Magdeburg und die Tatsache, dass in beiden Fällen das Hilfspersonal bereits bei der Flut 2002 im Einsatz war. So konnten schnell die besonders und schon zum zweiten Mal Betroffenen erreicht und ihr Vertrauen gewonnen werden“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.   

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt zunehmend auch die Katastrophenvorsorge. Bis  März 2015 wurden deshalb rund 300 Freiwillige Feuerwehren in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern mit Hochwasserschutz-Ausrüstung im Wert von 3,5 Mio. Euro ausgestattet. Sie erhielten u.a. Hochwasserpumpen, Rettungsboote, Saug- und Druckschläuche und Sandsackfüllmaschinen. „Die ehrenamtlichen Hilfskräfte ermöglichen im Katastrophenfall einen schnellen und effektiven Einsatz“, so Schröer. „Die  Investition in Vorsorge kann im Katastrophenfall millionenfachem Schaden vorbeugen.“ 

In den kommenden Monaten sind weitere Maßnahmen geplant. Beispielsweise soll der Hochwasserschutz sozialer Einrichtungen verbessert werden. Im Rahmen der Vorsorge hat die Diakonie Katastrophenhilfe zudem ein  Partnerschaftsprogramm mit Österreich, Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei ins Leben gerufen. „Nach der Flut haben wir ein Netzwerk an Beratungsstellen in Mittel- und Osteuropa aufgebaut, das für einen regelmäßigen Austausch und die Ausbildung von Hilfskräften sorgt“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel. „Dieser Wissenstransfer sichert auch in Zukunft eine länderübergreifende Katastrophenvorsorge.“