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Moderne Fluchtursachen – Fachtagung in Rendsburg

Rendsburg, 26. Juni 2015 I Der Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, hat Deutschland und die anderen Industrienationen für die weltweiten Fluchtströme mitverantwortlich gemacht. Bei einem Fachtag des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein und des Diakonischen Werkes in Rendsburg verwies er auf den ökologischen Raubbau und die Umweltzerstörung als Folge der Globalisierung. „Zunehmend sind Regionen durch Überflutungen und Naturkatastrophen bedroht oder unbewohnbar geworden“, sagte Magaard. „Wie viel mehr Menschen werden auch in Zukunft keine  andere Wahl haben, als diese menschenfeindlichen Regionen zu verlassen?“

Bei der Tagung diskutierten  Experten des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein und der Hilfsorganisation Brot für die Welt sowie Journalisten und ein Völkerrechtler über moderne Fluchtursachen. Sie stellten heraus, dass neben Krieg und politischer Bedrohung zunehmend Klimaveränderungen und Umwelt- und Hungerkatastrophen Flüchtlingsströme hervorrufen. „Durch den Klimawandel ändern sich Wasserkreisläufe und damit Niederschläge und Verdunstung, mit der Folge, dass es beispielswiese in Südchina, im Nahen Osten und im Süden der USA immer weniger Trinkwasser gibt“, so Sophia Wirsching von Brot für die Welt. „Sollte die globale Temperatur um drei Grad ansteigen, werden zehn Prozent der Weltbevölkerung von absoluter Wasserknappheit betroffen sein.“

Vor diesem Hintergrund forderten die Experten Politik und Wirtschaft auf, sich für eine konsequente Vermeidung der Fluchtursachen einzusetzen. Dazu gehöre vor allem ein Erfolg bei den Klimaverhandlungen. Darüber hinaus setzten sich die Gesprächsteilnehmer dafür ein, dass das nationale und internationale Flüchtlingsrecht weiterentwickelt wird. „Im Asylrecht sollten neben Krieg und politischer Verfolgung auch Klimaveränderungen sowie Umwelt- und Hungerkatastrophen als Fluchtgründe anerkannt werden und zu einem Aufenthaltsrecht führen können“, sagte der stellvertretende Flüchtlingsbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Torsten Döhring.

Der Fachtag wird am 10. Juli fortgesetzt. Dann stehen der Waffenhandel und Militärinterventionen als Fluchtgründe im Mittelpunkt der Diskussion.  

 

Für Rückfragen:

Friedrich Keller, Pressesprecher Diakonisches Werk Schleswig-Holstein

Tel: 04331 593 197, Mobil: 0174 94 500 90