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  • Diakonie Schleswig-Holstein

Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen: Aufruf an Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen

Liebe Schwestern und Brüder,

sehr geehrte Damen und Herren,

die ständig steigende Zahl von Flüchtlingen stellt uns alle gemeinsam vor eine große Herausforderung. Täglich kommen hunderte Menschen überwiegend aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und dem Irak nach Schleswig-Holstein und suchen hier Schutz. Bei ihrer Unterbringung stoßen Land, Kreise und Kommunen zunehmend an ihre Grenzen. Die Erstaufnahmestellen und Gemeinschaftsunterkünfte sind bereits überlastet. Außerdem fehlt es an Wohnraum für Flüchtlinge, die auf die Kommunen verteilt werden.

Über den Ratsvorsitzenden der EKD, Landesbischof Dr. Bedford-Strohm, hat uns die Bitte des Bundesinnenministers um Unterstützung bei der Unterbringung von Flüchtlingen erreicht. Die Nordkirche und das Diakonische Werk bitten Sie daher um Unterstützung bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten, um Flüchtlinge aus den Erstaufnahmestellen und Gemeinschaftsunterkünften aufzunehmen.

Schon jetzt tragen die Kirchengemeinden, Kirchenkreise und diakonischen Einrichtungen durch ein überwältigendes ehren- und hauptamtliches Engagement zu einer großen Willkommenskultur in unserem Land bei. Dafür möchten wir Ihnen herzlich danken! Die Aufnahme von Flüchtlingen ist tief verwurzelt in unserem christlichen Glauben. Jeder fliehende und bei uns nach Hilfe anfragende Mensch hat eine unverlierbare Würde.

Angesichts überfüllter Containerdörfer und Gemeinschaftsunterkünfte ist eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen im Augenblick eine der dringendsten Aufgaben. Es gestaltet sich zunehmend schwierig, grundlegende Standards zur Unterbringung einzuhalten. Die bevorstehende kalte Jahreszeit wird die Lage weiter verschärfen. Daher sind zusätzliche und angemessene Unterkünfte dringend nötig.

In diesem Sinne möchten wir insbesondere diejenigen, die noch ungenutzte Möglichkeiten haben, bitten zu prüfen, ob Sie einen Beitrag dazu leisten können, die schwierige Situation zu bewältigen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung. Konkret geht es um folgende Fragen:

  • Können Sie die Flüchtlingsinitiativen vor Ort unterstützen und eine „Patenschaft“ für eine Familie oder kleine Gruppe von Flüchtlingen übernehmen im Blick darauf, eine Wohnung zu finden und im Anschluss auch für die weitere Begleitung?
  • Können in Ihrer Kirchengemeinde oder Einrichtung einzelne Räume oder Gebäude den Kommunen zur Überbrückung der Wintermonate für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden? (Dies gegebenenfalls in Kooperation mit anderen Einrichtungen)?
  • Können Räume in Bildungs- und Freizeithäusern, die nur teilweise ausgelastet sind, zur Verfügung gestellt werden?
  • Können freie Flächen den Kommunen für die Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften und ggf. die Errichtung von Wohnraum angeboten werden?

Das sind nur einige erste Gedankenanstöße. In den kommenden Tagen werden wir Sie über Anforderungen, Kriterien, Vorgehensweisen und AnsprechpartnerInnen informieren. Bereits jetzt können Sie aber Ihr Interesse und Ihre Angebote beim Diakonischen Werk Schleswig-Holstein per Mail bei Frau Doris Kratz-Hinrichsen unter kratz-hinrichsen@diakonie-sh.de oder bei den regionalen Flüchtlingsbeauftragten der Kirchenkreise anmelden.

Viele von Ihnen engagieren sich bereits bis an die Grenze des Machbaren. Dafür sind wir dankbar. Mit diesem Brief möchten wir insbesondere diejenigen erreichen, die noch nach Möglichkeiten für ein (weiteres) Engagement suchen und Sie auf die angespannte Situation aufmerksam machen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Gothart Magaard)                                                                                       (Heiko Naß)

Bischof im Sprengel                                                                                      Landespastor

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