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Diakonie Schleswig-Holstein: Erster Schuldenreport - wichtiges Signal für Präventionsarbeit und gerechtere Löhne

Rendsburg, 18. Januar 2016 I Landespastor Heiko Naß begrüßt den ersten Schuldenreport für Schleswig-Holstein als wichtige Grundlage für die Arbeit der Schuldnerberatungsstellen im Land. „Mit Hilfe des Reports können sowohl die Koordinierungsstelle Schuldnerberatung als auch die Beratungsstellen ihre Präventionsarbeit noch zielgerichteter gestalten“, sagt Naß. „Außerdem unterstützt der Schuldenreport die Forderungen der Diakonie nach auskömmlichen Löhnen, mehr Hilfen für Alleinerziehende und einer familiengerechteren Arbeitswelt.“

Laut Schuldenreport haben fast die Hälfte der Menschen, die eine Schuldnerberatung aufsuchen, im Monat weniger als 900 Euro zur Verfügung. Dieser Wert liegt unter der Armutsgrenze. „Wir müssen trotz Mindestlohn eine gesellschaftliche Debatte über angemessene Löhne führen“, betont Naß. „Jeder Mensch sollte so viel verdienen, dass er davon leben und Rücklagen für die Altersrente bilden kann. Der erschreckend hohe Anteil von alleinerziehenden Frauen unter den Ratsuchenden zeigt, dass zu wenig getan wird, damit Alleinerziehende genug Zeit für Erziehung und ausreichend Geld im Portemonnaie haben. Die Diakonie setzt sich deshalb für familienfreundlichere Arbeitsbedingungen und einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung ein.“

Darüber hinaus fordert Heiko Naß einen Reichtumsbericht für Schleswig-Holstein. „Es ist an der Zeit, dass wir nicht nur die Armut im Land dokumentieren, sondern eine Diskussion über eine gerechte Verteilung der Vermögen führen.“

Unter dem Dach der Diakonie arbeiten in Schleswig-Holstein 18 Schuldnerberatungsstellen. Ihre Arbeit geht über die reine Schuldenregulierung hinaus. Die Ratsuchenden werden auch sozialpädagogisch und juristisch beraten. „ Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Eine Überschuldung hat oft gesundheitliche Folgen, führt zu sozialer Isolation und Arbeitsplatzverlust. Wir helfen den Betroffenen, wieder eine Perspektive zu finden“, versichert Landespastor Naß. „Ganz wesentlich ist auch die Präventionsarbeit. Der Schuldenreport zeigt, dass zunehmend junge Erwachsene in die Schuldenfalle geraten. Sie über die Risiken etwa des Versandhandels und von Mobilfunkverträgen zu informieren, ist eine wichtige Aufgabe.“ 

 

Für Rückfragen:

Friedrich Keller…...Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,

                                  Tel: 04331-593 197; Mobil: 0174-94 500 90

 

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