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Fachkräftesicherung in der Sozialwirtschaft und das Projekt KMU – Fachtag in Rendsburg

Rendsburg, 18. Februar 2016 I Bei einem Fachtag des Diakonischen Werkes in Rendsburg sind Unternehmen der Sozialwirtschaft informiert worden, wie sie Fachkräfte langfristig halten und gewinnen können. Dabei ging es vor allem um die Beschäftigung von erkrankten Mitarbeitenden und von Menschen mit Behinderung. Vor diesem Hintergrund stellte das Diakonische Werk das neue Projekt „Kleine und mittlere Unternehmen“ (KMU) vor.

Der demographische Wandel hinterlässt auch in den Unternehmen der Sozialwirtschaft deutliche Spuren. Die Belegschaften werden immer älter. Außerdem ist schon jetzt ein deutlicher Nachwuchs- und Fachkräftemangel zu spüren. „Das Projekt ‚KMU‘ hilft  kleinen und mittleren Unternehmen, Auswege aus dem Mangel zu finden und neue Potentiale zu heben“, sagt die Projekt-Fachberaterin Christiane Schlüter-Bracker. „Dazu werden die Arbeitgeber ausführlich beraten und über Fördermöglichkeiten informiert.“

Ein großes Potential sind die bestehenden, jedoch älter werdenden Belegschaften. Sie im Unternehmen zu halten und ihre Gesundheit zu fördern, gehört zu den vordringlichen Aufgaben der Arbeitsgeber. „Das ist keine einfache Aufgabe, denn gerade in sozialen Einrichtungen sind die Beschäftigten zunehmenden Belastungen ausgesetzt“, so Schlüter-Bracker. „Dazu gehören eine hohe Arbeitsverdichtung, Zusatzaufgaben und höhere Qualitätsansprüche. In der Folge fallen Mitarbeitende krankheitsbedingt aus oder orientieren sich beruflich um. Deshalb ist es für den Arbeitgeber von großer Bedeutung, die Fachkräfte zukunftsorientiert zu qualifizieren, ihre Arbeitsfähigkeit durch präventive Maßnahmen zu fördern und den Arbeitsplatz gesundheitserhaltend auszustatten.“ Das Projekt „KMU“ zeigt Wege dazu auf. Ein Instrument ist beispielsweise das im Sozialgesetzbuch beschriebene „Betriebliche Eingliederungsmanagement“ (BEM). Mit dessen Hilfe können Mitarbeitende nach einer längeren Erkrankung wieder in den Arbeitsalltag eingegliedert und der Arbeitsplatz angepasst werden.

 „Ein weiteres großes Potential liegt in der Beschäftigung von Mitarbeitenden mit einer schweren Behinderung“, ist Schlüter-Bracker überzeugt. „Auch hier informiert das Projekt ‚KMU‘ über Fördermöglichkeiten. Dazu gehören Eingliederungszuschüsse, eine von der öffentlichen Hand finanzierte Probebeschäftigung oder eine bezuschusste Arbeitsassistenz. Außerdem werden die sozialen Einrichtungen bei der Akquise von Personal unterstützt.“ Dabei arbeitet „KMU“ eng mit den zuständigen Arbeitsagenturen und Jobcentern sowie den Integrationsfachdiensten zusammen, die für das Coaching von Schwerbehinderten zuständig sind.

 „In den bisherigen Akquise-Gesprächen stellte sich heraus, dass die meisten sozialen Einrichtungen nicht erst für das Thema Inklusion sensibilisiert werden müssen“, berichtet Schlüter-Bracker. „Viele Arbeitgeber zeigen sich dennoch zurückhaltend, Menschen mit Behinderung einzustellen. Aus ihrer Sicht ist weniger die Behinderung ein Vermittlungshemmnis, als vielmehr die einhergehenden psychosozialen Probleme.“  Dennoch verbucht das Projekt „KMU“ bereits erste Erfolge. So konnte ein pädagogischer Projektmitarbeiter, der unter dem Tourette-Syndrom leidet, an eine Einrichtung vermittelt werden. Zuvor hatte das Integrationsamt einen Büro-Container mit kompletter Büro-Ausstattung genehmigt. Insgesamt wurden mit Hilfe von „KMU“ bislang für zehn Betroffene Arbeitsplätze in sozialen Einrichtungen geschaffen.

 Das Projekt „KMU“ dauert zwei Jahre. Die Kosten in Höhe von 100.000 EURO werden aus Mitteln der Ausgleichsabgabe sowie vom Diakonischen Werk finanziert.

 

Für Rückfragen:

Friedrich Keller…...Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,

                                  Tel: 04331-593 197; Mobil: 0174-94 500 90