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Keine Gehaltskürzungen in Pflegeeinrichtungen der Diakonie

Rendsburg, 4. Mai 2016 I Die Diakonie setzt sich weiter für eine gute Bezahlung von Pflegekräften ein. „Berichte über geplante Lohnkürzungen um 20 Prozent sind nicht zutreffend“, sagt Landespastor Heiko Naß. Er reagiert damit auf Aussagen der Gewerkschaft ver.di und gleichlautender Medienberichte, wonach die diakonischen Arbeitgeber im Rahmen der Arbeitsvertragsrichtlinien AVR massive Gehaltskürzungen vorgeschlagen haben. „Niemand möchte die Gehälter absenken. Jedoch ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine langsamere Lohnentwicklung notwendig“, so Naß.

Im Bereich des AVR Diakonie Deutschland laufen zurzeit Tarifverhandlungen auf dem sogenannten dritten Weg. Das bedeutet, Beschlüsse zum Beispiel über Lohnerhöhungen oder Zulagen werden durch die Arbeitsrechtliche Kommission getroffen, die zu gleichen Teilen mit Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden besetzt ist. Die Beschlüsse werden dabei in der Regel im Kompromiss gefasst. Von diesen Verhandlungen ist aber nur ein Teil der diakonischen Pflegeeinrichtungen betroffen. In Schleswig-Holstein werden rund 1600 Beschäftigte in der Altenpflege nach AVR bezahlt. Insgesamt sind unter dem Dach des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein 4000 Mitarbeitende in der Altenpflege beschäftigt.

In den vergangenen Jahren führten die Beschlüsse der Arbeitsrechtlichen Kommission zu deutlichen Lohnsteigerungen. Allein von 2014 bis heute ist das Lohnniveau um 6,2 Prozent gestiegen. Damit bietet der AVR vergleichsweise hohe Tarife im Bereich der sozialen Arbeit. „Das ist eine gute Entwicklung für die Pflegekräfte, stellt die Pflegeinrichtungen gerade in Schleswig-Holstein aber zunehmend vor Probleme“, so Landespastor Heiko Naß. „Hier im Norden ist der wirtschaftliche Druck auf die diakonischen Einrichtungen, die nach AVR bezahlen, besonders hoch.“ Hintergrund ist der hohe Anteil privater Anbieter auf dem Markt (60 Prozent) sowie der Umstand, dass nur noch 20 Prozent der Einrichtungen in der Altenpflege überhaupt nach Tarif bezahlen. Die diakonische Altenpflege im AVR hat deshalb bei gleichem Personalschlüssel höhere Personalkosten und muss daher von den zu Pflegenden oder den Sozialhilfeträgern höhere Eigenbeiträge in Anspruch nehmen. Daraus ergibt sich eine Schieflage auf dem Pflegemarkt, die ein wirtschaftliches Arbeiten für diakonische Pflegeeinrichtungen zunehmend erschwert.

„Die Diakonie muss beides im Blick haben: attraktive Gehälter für die Mitarbeitenden und gleichzeitig die wirtschaftliche Lage der Einrichtungen“, sagt Heiko Naß. „Deswegen gehen wir davon aus, dass die Löhne  in der Altenpflege in den kommenden Jahren nicht mehr so stark wachsen werden wie bislang. Kein heutiger Mitarbeiter wird aber zukünftig weniger verdienen.“

Die Arbeitsrechtliche Kommission setzt im kommenden Juni ihre Verhandlungen fort. „Am Ende wird ein Kompromiss stehen, der für alle tragfähig ist“, versichert Heiko Naß.

Für Rückfragen:

Friedrich Keller…...Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,

                                  Tel: 04331-593 197; Mobil: 0174-94 500 90