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Neue Perspektiven für ländliche Gebiete in Schleswig-Holstein – das Interreg-Projekt SEMPRE

Rendsburg, 27. Juli 2016 I Die Diakonie möchte in Schleswig-Holstein gemeinsam mit zwei Projektpartnern die sozialen Angebote in ländlichen Gebieten verbessern. Dazu haben Vertreter des Diakonischen Werkes, der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein und des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) in Kiel symbolisch einen Kooperationsvertrag für drei Modellregionen unterzeichnet. Im Rahmen des Interreg-Projektes „SEMPRE“ sollen in den Kirchenkreisen Dithmarschen, Nordfriesland und Segeberg-Plön für Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende sowie Migrantinnen und Migranten Angebote geschaffen werden, die ihnen eine bessere Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben ermöglichen.

In Zeiten des demografischen Wandels und begrenzter finanzieller Möglichkeiten fehlen in ländlichen Gebieten oft ausreichend Angebote in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Mobilität. Davon besonders betroffen sind sozial benachteiligte Gruppen, z.B. Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose oder Migrantinnen und Migranten. Sie werden zunehmend vom sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen. Das Interreg-Projekt „SEMPRE“ soll nun in den drei Modellregionen die Teilhabe dieser Gruppen mit Hilfe des so genannten Empowerment-Ansatzes stärken. Das bedeutet, sie werden im Rahmen des Projektes ermutigt, sich für ihre Belange einzusetzen und an der Bereitstellung sozialer Dienstleistungen mitzuarbeiten. Dazu gehören Freizeit- und Beratungsangebote oder der Öffentliche Nahverkehr. „SEMPRE“ unterstützt dazu lokale und regionale Netzwerke sowie Genossenschaften oder Nachbarschaftsinitiativen mit Know-how und dem Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten.

Im Kirchenkreis Plön-Segeberg stehen Langzeitarbeitslose im Mittelpunkt der Projektarbeit. Es sollen Angebote geschaffen werden, die Dienstleister mit Betroffenen und ihren Familien zusammenführen. Herzstück des Projektes ist eine Zukunftswerkstatt. Dort können sich Langzeitarbeitslose mit ihrer individuellen Lebenssituation auseinandersetzen. Ziel ist es, das Selbstwertgefühl der Betroffenen und die Vorbildfunktion gegenüber ihren Kindern zu stärken. Darüber hinaus sollen sie ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen und beispielweise ermutigt werden, dörfliche Mitfahrzentralen zu organisieren und die eigene Mobilität zu stärken.

"Viele Menschen, die schon lange arbeitslos sind, wünschen sich, ihre Situation zu verbessern“, so Monika Neht vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt. „Sie zu ermutigen und zu unterstützen, ist eine wichtige Aufgabe in der Region. Mit ‚SEMPRE‘ wollen wir lokale Akteure bestärken, diese Form des Empowerments nachhaltig zu gestalten. Damit verbindet der KDA seine Erfahrungen im ländlichen Raum mit sozialpolitischem Engagement." Der Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Matthias Dütschke spricht von einer großen Chance: „Als ein im ganzen Land vernetzter Bildungsanbieter wissen wir, dass es beispielsweise Arbeitsuchenden außerhalb der großen Städte schwerfällt, an positiven Entwicklungen in den Zentren teilzuhaben. Mit ‚SEMPRE‘ wollen wir unseren Beitrag leisten, Netzwerke neu zu schaffen oder zu stärken, um so Chancen zur Rückkehr auf den Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern.“

In Dithmarschen stehen Alleinerziehende im Fokus des Projektes. „Hierbei können wir auf Erkenntnisse zurückgreifen, die wir im bereits abgeschlossenen Projekt ‚Alleinerziehende in Schleswig-Holstein‘ gesammelt haben“, sagt Doris Scheer vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein. „Ein Ergebnis war, dass Alleinerziehende flexiblere und kostengünstigere Angebote für die Kinderbetreuung wünschen, auch in den Schulferien. Der bestehende Mangel in diesem Bereich ist oft der Grund für eine Beschäftigungslosigkeit.“ In Nordfriesland sollen für Migrantinnen und Migranten Angebote geschaffen werden, damit sie sich besser integrieren und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Dazu werden zunächst ihre Bedürfnisse ermittelt und dann gemeinsam mit ihnen Lösungsmöglichkeiten gesucht.

„SEMPRE“ ist ein europäisches Interreg-Projekt. Ähnlich wie in Schleswig-Holstein sollen auch in Polen, im Baltikum und in Skandinavien soziale Dienstleistungen ausgebaut werden. „Während dieses Prozesses tauschen die Partner ständig ihre Erfahrungen, Wissensbestände und unterschiedlichen Kompetenzen aus“, so Scheer. „Auf diese Weise wird es ihnen ermöglicht, über den eigenen Tellerrand zu schauen und von anderen Regionen zu lernen.“ Beteiligt sind insgesamt 16 Partner. Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein hat dabei das Projektmanagement und die Gesamtkoordination übernommen.

Für Rückfragen:

Friedrich Keller…...Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,

                                  Tel: 04331-593 197; Mobil: 0174-94 500 90