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  • Diakonie Schleswig-Holstein

Teilhabebegleiter erwerben die Lizenz zum beraten

Rendsburg/ Kiel/ Schleswig, 11. Dezember 2017 I 32 Teilhabebegleiter haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und damit die Lizenz zum beraten erworben. Ihre Schulung ist Teil des Diakonie-Projekts „Auf Augenhöhe“. Ziel: Menschen mit Behinderungen sollen sich besser im Ämter-Dschungel zurechtfinden. Die Teilhabebegleiter beraten ehrenamtlich in Rendsburg, Kiel, Schleswig und Meldorf sowie bei Bedarf auch außerhalb ihrer Büros in ganz Schleswig-Holstein.

Viele der Berater haben eigene Erfahrungen in der Teilhabeplanung. Sie sind also ohnehin bereits Fachleute für diesen Bereich. „Es ist ein Gewinn für beide Seiten, dass unsere Berater ihre Erfahrungen und ihr Wissen an andere Ratsuchende weitergeben“, sagt Projekt-Mitarbeiterin Christiane Schlüter-Bracker. Davon profitiert der Antragsteller genauso, wie die Mitarbeitenden in den Behörden. Das Beratungsangebot richtet sind an Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen und Bekannten.

Die Diakonie Schleswig-Holstein ist Vorreiter bei der Teilhabeberatung von Menschen mit Behinderungen. „Wir sind begeistert, wie gut das Konzept funktioniert“, so Schlüter-Bracker. „Die Rückmeldung sind durchweg positiv, Ängste auf Seiten der Antragsteller konnte abgebaut und der Kontakt zu den Ämtern nachhaltig verbessert werden.“

In den kommenden Jahren wird eine ähnliche Form der Peer-Beratung flächendeckend in ganz Deutschland eingeführt. So sieht es das Bundesteilhabegesetz vor und hat die sogenannten Ergänzenden Unabhängigen Teilhabe-Beratungsstellen ausgeschrieben. Die Diakonie möchte auch künftig ihren Beitrag dazu leisten, Menschen mit Behinderungen zur Selbsthilfe zu befähigen.

Die Teilhabebegleiter werden in den Grundlagen der Gesprächsführung, in Datenschutzfragen sowie den Möglichkeiten und Grenzen der Teilhabeplanung geschult. Sie trainieren im Rollenspiel anhand von Fallbeispielen und bekommen die Möglichkeit, sich über ihre eigenen Erfahrungen mit Ämtern auszutauschen.

Menschen mit Behinderung haben häufig Probleme, ihre Interessen durchzusetzen. Wer beispielsweise Hilfeleistungen beantragen will, um in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu arbeiten, muss beim Sozialamt einen Antrag stellen. Dort wird der sogenannte Hilfebedarf festgestellt – eine komplizierte Sache. Bei diesem Verfahren bekommen die Antragsteller ab sofort Unterstützung durch die frisch ausgebildeten Teilhabebegleiter.

Das Projekt „Auf Augenhöhe“ hat eine Laufzeit von drei Jahren. Es endet im März 2019. Die Kosten werden vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein und mehreren diakonischen Einrichtungen getragen.

Weitere Informationen zum Projekt, den Beratungsangeboten und Kontaktadressen finden Sie unter: www.aufaugenhoehe.sh.