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Beratungsstellen
Alle nach § 305 Abs. 1 Nr. 1 Insolvenzordnung (InsO) i.V.m. § 1 Nr. 2 des Gesetzes zur Ausführung der Insolvenzordnung (AG InsO) anerkannten Schuldner- und Insolvenzeratungsstellen finden Sie auf der Seite derKoordinierungsstelle Schuldnerberatung in Schleswig-Holstein.
Über das bundesweite Beratungsportal www.evangelische-beratung.info/angebote/schuldnerberatung finden Sie neben den Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen Daten zu rund 650 Beratungsstellen in diakonischer Trägerschaft aus den Bereichen Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Erziehungs- und Jugendberatung sowie Sucht-, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung. Durch Eingabe der Postleitzahl oder des Wohnorts finden Sie einfach und schnell die Beratungsstelle in Ihrer Nähe.
Pressemitteilungen
Publikationen
Private Verschuldung und Überschuldung in Schleswig-Holstein. Expertise im Auftrag des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein (November 2011)
ExpertiseDiakonie Texte Konzeption (Januar 2011)
Prävention in der Schuldnerberatung der DiakonieDiakonie Stellungnahme (06.10.2010)
Stellungnahme zum Gesetz zur Ermittlung von Regelbedarfen und Änderung des SGB II und XIIDiakonie Positionspapier (August 2010)
Erwartungen der Diakonie an die Reform der GrundsicherungDiakonie Positionspapier (Juni 2009)
Zur Rechtsstellung einkommenarmer Menschen und den notwendigen Änderungen im SGB IIDiakonie Positionspapier (Juni 2007)
Schuldnerberatung als Dienstleistung in der Diakonie?Diakonie Handreichung (November 2006)
Ehrenamtlich Engagierte in der SchuldnerberatungAktuelles
01.12.2011 - Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein hat am 29.11.2011 eine wissenschaftliche Untersuchung zur privaten Ver- und Überschuldung in Schleswig-Holstein vorgelegt. Die Diakonie hat die Studie in Auftrag gegeben, da es für Schleswig-Holstein keine aktuellen empirischen Daten zur Überschuldung gab. Der letzte Landesarmutsbericht stammt aus dem Jahr 1999.
Die Diakonie forderte immer wieder von der Landesregierung einen regelmäßigen Armuts- und Reichtumsbericht, in dem auch die Überschuldung als eine wesentliche Ursache für Armut und soziale Ausgrenzung untersucht wird. Passiert ist wenig. Deshalb ergriff die Diakonie die Initiative und beauftragte den Karlsruher Wissenschaftler Dr. Dr. Gunter E. Zimmermann, alle verfügbaren Daten hinsichtlich der Überschuldungssituation in Schleswig-Holstein auszuwerten.
Kernergebnisse für Schleswig-Holstein:
- Kontinuierliche Zunahme der Privatpersonen mit Zahlungsproblemen (mindestens ein Negativmerkmal): In 2010 rd. 218.400 Personen (+ 25 gegenüber 2004); das bedeutet einen Anteil von 9,3 an allen volljährigen Personen - deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Darin enthalten sind 117.400 absolut überschuldete Personen (s. unten). Diese Zahl markiert nur eine Untergrenze, da nicht alle möglichen Zahlungsausfälle und ebenfalls nicht alle Verschuldungsformen erhoben werden.
- Kontinuierliche Zunahme der absolut überschuldeten zahlungsunfähigen Personen (Verbraucherinsolvenz und / oder Eidesstattliche Versicherung): In 2010 rd. 117.400 Personen (+ 17 gegenüber 2004); das entspricht einem Anteil von 5 an allen volljährigen Personen - deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Hinzu kommen absolut überschuldete Personen, die eine außergerichtliche Einigung herbeiführen konnten und z.B. keine Eidesstattliche Versicherung angelegt haben, so dass diese 117.400 Personen eine Untergrenze darstellen.
- Neuer Höchststand bei Verbraucherinsolvenzen: In 2010 4.615 (+ 6,1 % gegenüber 2009). Setzt man diese Zahl ins Verhältnis zur volljährigen Bevölkerung, liegt Schleswig-Holstein weit über dem Bundesdurchschnitt und hat den dritthöchsten Anteil an Verbraucherinsolvenzen je 100.000 Erwachsene in Deutschland.
- Relativ überschuldete Haushalte mit Konsumenten- und/oder Hypothekarkrediten über dem Bundesdurchschnitt: In 2009 rd. 100.000 Haushalte (6,9 % aller Haushalte), plus 12.000 überschuldungsgefährdete Haushalte (sehr geringe positive Bilanz mit weniger als 50 über dem Existenzminimum)
- 42 Prozent der Beratenen in Schleswig-Holstein sind alleinlebende Männer oder Frauen. Alleinerziehende Frauen sind hoch überproportional vertreten. Kinder sind häufig mit betroffen, denn in mehr als 37 % der Fälle leben Kinder im Haushalt.
- Die Hauptauslöser für Überschuldung sind seit Jahren unverändert: Arbeitslosigkeit, Trennung / Scheidung, Krankheit, unwirtschaftliche Haushaltsführung. Bei alleinlebenden Männern und Paaren mit Kinder ist Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich häufig der Hauptauslöser für Überschuldung. Bei Alleinerziehenden ist Scheidung überdurchschnittlich häufig der Hauptauslöser für Überschuldung und bei Paaren mit Kindern die unwirtschaftliche Haushaltsführung.
- Alleine auf Grund der 117.400 absolut überschuldeten Privatpersonen mit Verbraucherinsolvenz und/oder Eidesstattlicher Versicherung besteht bei jeder der 36 anerkannten Beratungsstellen in Schleswig-Holstein ein Beratungsbedarf für 3.260 Personen.
Dr. Zimmermann hat auch die Daten aus der Basisstatistik 2009 in die Auswertung einbezogen und nachdrücklich auf die große Bedeutung dieser Erhebung hingewiesen. Sie sei die einzige Vollerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Situation der überschuldeten Menschen und für die Beschreibung der Lebenslage Überschuldung unverzichtbar. So hat die Auswertung für Schleswig-Holstein z.B. ergeben, dass unter den beratenen Personen unter 25 Jahren 70 % ohne Berufsausbildungsabschluss sind und dass die Schuldenhöhe mit zunehmendem Alter deutlich ansteigt. Diese Trends zu erkennen sei wichtig für die fachliche und politische Argumentation, so Zimmermann.
Fazit: Die kontinuierliche Zunahme überschuldeter Menschen in Schleswig-Holstein unterstreicht den Bedarf an professioneller Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung einschließlich der dringend notwendigen Präventionsarbeit.
Pressemitteilung des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein vom 29.11.2011
Presseartikel Kieler Nachrichten 30.11.2011
Presseartikel s:hz 30.11.2011








