Bürgerarbeit
Seit dem 15.1.2011 soll die Förderung im Modellprojekt der sog. Bürgerarbeit als Eingliederungsleistung angeboten werden. Die Bürgerarbeit“ ist nicht im SGB II oder SGB III geregelt. Durch sie sollen Arbeitslose in Arbeit gebracht werden, die
ALGII-Bezieher,
unter 50 Jahren und
die auf dem ersten Arbeitsmarkt aktuell nicht vermittelbar sind
sowie eine mindestens 6monatige Aktivierungsphase“ des Modellprojekts Bürgerarbeit durchlaufen haben.
Das Modellprojekt Bürgerarbeit setzt sich aus zwei Phasen zusammen. Einerseits der mindestens 6monatigen Aktivierungsphase, bei der Beratung, Qualifizierung und Vermittlung erfolgen soll. Andererseits der Phase der eigentlichen Bürgerarbeit, der Beschäftigungsphase, die höchstens 3 Jahre dauern soll und von einem Coaching begleitet werden soll.
Antragsteller auf einen Arbeitsplatz im Modellprojekt Bürgerarbeit ist der Arbeitgeber, der den Antrag im elektronischen Antragsverfahren unter www.buergerarbeit.bund.de stellen muss. Zugleich muss der Antrag schriftlich mit Unterschrift an das Bundesverwaltungsamt in 50728 Köln geschickt werden. Der Antragsaufwand ist also recht hoch. Zudem müssen die Bürgerarbeitsplätze bis spätestens zum 1.1.2012 erstmals besetzt sein und können längstens bis zum 31.12.2014 und für max. 36 Monate gefördert werden.
Die Förderung bei der Bürgerarbeit, die idR wöchentlich 30 Stunden umfassen soll, besteht aus einem pauschalierten Lohn (900) sowie einem pauschalierten Arbeitgeberanteil (180) für die Sozialversicherungen.
Durch das Angebot eines Arbeitsverhältnisses soll die eigentliche Eingliederung erreicht werden. Dieses Arbeitsverhältnis muss versicherungspflichtig, tariflich bezahlt, zusätzlich, im öffentlichen Interesse und maximal auf 3 Jahr befristet sein. Da an die Bedingung der Zusätzlichkeit und das Erfordernis im öffentlichen Interesse zu liegen hohe Anforderungen geknüpft sind, verbleiben nur wenige Arbeitsbereiche. Das Bundesministerium für Arbeit nennt beispielhaft:
Begleitservice für Ältere/Behindert etwa bei Behördengängen oder Arztbesuchen
Koch und Essensausgabe bei Mittagstischen für Bedürftige
Energiesparberatung für Bedürftige
Unterstützung von Übungsleitern/Platzwarten im Breitensport.

