Umgang mit dem Coronavirus

Diakonische Einrichtungen haben sich auf die steigende Zahl von Corona-Infektionen eingestellt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind angehalten, die Hinweise des Robert-Koch-Instituts zu beachten. Unsere Veranstaltungen werden zunächst bis einschließlich 17. April abgesagt. Auch unser Jahresempfang "Abend der Begegnung" wird nicht stattfinden. Viele Einrichtungen haben auf Telefonberatung umgestellt.

In zahlreichen stationären Einrichtungen der Altenpflege sowie Jugend- und Behindertenhilfe in Schleswig-Holstein sind die Reserven an Schutzmasken und -bekleidung nahezu aufgebraucht. Deswegen wenden wir uns an die Unternehmen in Schleswig-Holstein, die über Schutzkleidung und Atemmasken verfügen. Zur Meldung

 

Flächendeckend wurden die telefonische Beratung sowie die telefonische Erreichbarkeit aller Angebote erhöht. 

Ehe- Familien- und Lebensberatung

Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung

Schuldnerberatung

Teilhabeberatung

Suchthilfe

 

Hilfe per Telefon

Corona-Seelsorge der Nordkirche

0800 4540106 (täglich von 14 bis 18 Uhr)

Telefonseelsorge

0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222

Kinder - und Jugendtelefon
0800 111 0 333

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
0800 0 116 016

Sucht - und Drogenhotline
01805 31 30 31

 

Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein steht auch in dieser schwierigen Zeit ihren Mitgliedseinrichtungen mit Rat zur Seite. "Die Aufrechterhaltung der Versorgung in unseren Einrichtungen der Pflege, in Krankenhäusern, der Kinder- und Jugendhilfe sowie in Wohngruppen für Menschen mit Behinderung hat höchste Priorität", sagt Diakonie-Vorstand Heiko Naß anlässlich der Herausforderungen durch das Coronavirus. "Es gibt tolle Beispiele der Hilfsbereitschaft. Kolleginnen und Kollegen aus dem Diakonischen Werk wollen sich als Pfleger den lokalen Krankenhäusern anbieten, das ist großartig! Wir danken allen, die sich derzeit mit großer Hingabe in Seniorenheimen, Krankenhäusern und an der Supermarktkasse einbringen. Wir werden zusammen die Herausforderungen dieser Krise gemeinsam meistern", sagt er.

 

Bei den Tafeln werden unterschiedliche Lösungen gesucht. In Süderbrarup zum Beispiel musste die Tafel geschlossen werden, weil viele Ehrenamtliche zur Risikogruppe gehören. Nun wurde mit einem Edeka- und einem Rewe-Markt vereinbart, dass diese Tüten packen und an Bedürftige vergeben, nach Vorlage der des Tafelausweises. Zudem kann über das Bürgertelefon um Einkaufshilfe gebeten werden. Eine tolle, zukunftsweisende Lösung! In Rendsburg verteilt die Tafel ab Freitag Tüten mit Lebensmitteln.

 

 

 

Die Diakonie im nördlichsten Bundesland ruft über die Sozialen Medien zur Nachbarschaftshilfe auf. Diese kann direkt bei den Kirchenkreisdiakonien, über lokale Facebookgruppen und Portale wie www.nebenan.de geschehen. Vor Ort gibt es verschiedene Möglichkeiten, Menschen zu unterstützen und selbst zu helfen. Beispielsweise werden in der Kirchengemeinde Preetz die Anfragen mit Hilfe Ehrenamtlicher koordiniert. Die Diakonie vor Ort stellt einen Bus zur Erledigung von Einkäufen bereit. Die Freiwilligendienste der Diakonie Schleswig-Holstein haben Ihre Freiwilligen aufgerufen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Etwa die Hälfte von Ihnen darf wegen der Infektionsgefahren derzeit nicht zur Arbeit in die Einsatzstellen.

 

Nachbarschaftshilfe


Wie kann ich jetzt helfen, zum Beispiel älteren Menschen in der Nachbarschaft? Alte Menschen haben ein hohes Risiko eines schwereren Krankheitsverlaufs. Deshalb müssen sie sich besonders schützen – und zu Hause zu bleiben. Es empfiehlt sich, mit älteren Menschen in der Nachbarschaft zu sprechen – am besten am Telefon. Der Kontakt ist wichtig.

 

Jemandem zu helfen, ist ein Grund, auf die Straße zu gehen – selbst wenn
Kontaktverbot herrscht. Wer jemandem konkret hilft und konzentriert und umsichtig handelt, tut das Richtige. ​Vermeiden Sie aber unstrukturierte soziale Kontakte. Kaufen Sie für älteren Nachbarn ein, vermeiden Sie dabei den direkten Kontakt, also bleiben Sie nicht auf einen Kaffeeklatsch, sondern verabreden Sie die Einkäufe telefonisch und stellen Sie diese vor die Wohnungstür.


Gibt es gute Beispiele für Nachbarschaftshilfe?


Ein Aushang im Hausflur eines großen Mehrparteienhauses kann ein Weg sein, seine Hilfe innerhalb der Nachbarschaft anbieten, z.B. Einkaufen von Lebensmitteln oder anderen wichtigen Dingen, den Hund auszuführen oder dringend benötigte Medikamente in der Apotheke  abzuholen. Ein Unterstützungsangebot kann vielleicht auch gezielt in die Briefkästen der betroffenen Nachbarn eingeworfen oder unter der Tür hindurch geschoben werden. Anregungen gibt es auf ​nebenan.de

 

Die Landesregierng beschließt Regeln zur Eindämmung des Virus

 

 

Im Kampf gegen das Coronavirus haben sich Bund und Länder auf einheitliche Regeln für ganz Deutschalnd verständigt: Ab sofort sind Treffen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit verboten. Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die sozialen Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. Der Mindestabstand im öffentlichen Raum soll mindestens 1,5 Meter betragen. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Teilnahme an erforderlichen Terminen, indivueller Sport und Bewegung an der frischen Luft bleiben weiter möglich.

 

Das Land hat außerdem beschlossen, dass in Vorsorge- und Reha-Einrichtungen keine Maßnahmen mehr erbracht werden dürfen. Davon ausgenommen sind Leistungen der Anschlussheilbehandlung. Außerdem wird die Tagespflege ausgesetzt. Ausgenommen von dieser Regelung sind pflegebedürftige Personen, die aufgrund der systemrelevanten Berufstätigkeit der Angehörigen nicht versorgt sind. Weiterhin bleiben zunächst bis zum Ende der Osterferien am 19. April alle Schulen, Kitas, Horte und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in Schleswig-Holstein geschlossen. Die Notfallbetreuung in Kitas und Schulen ist vorerst bis zum 19. April beschlossen. Für die Inanspruchnahme einer Notbetreuung reicht es aus, wenn ein Elternteil des Kindes in einer Gesundheits- oder Pflegeinrichtung bzw. in einem ambulanten Pflegedienst tätig ist.

 

Hier finden Sie weitere Informationen der Landesregierung

 

Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz sollten in Isolation bleiben. Zur weiteren Eindämmung des Coronavirus erneuert die Landesregierung folgenden wichtigen Hinweis: Reduzieren Sie Kontakte, bleiben Sie 14 Tage zu Hause, wenn Sie aus Risikogebieten oder besonders betroffenen Gebieten kommen oder dort innerhalb der letzten 14 Tage waren.

 

 

Fragen zum Bereich Kita- Schulschließung

 

Wie sollen Kinder betreut werden?

Eltern sollten ihre Kinder grundsätzlich selbst zu Hause betreuen. Auf eine Betreuung bei den Großeltern oder anderen Personen, die zur Risikogruppe gehören, sollten Eltern im Interesse des Schutzes dieser Personen verzichten.

 

Gibt es Ausnahmen von der Kita- und Schulschließung?

Ja, die Betreuung in Schulen und Kitas wird in Ausnahmefällen ermöglicht, wenn folgende Voraussetzungen zutreffen: Beide Eltern oder ein alleinerziehender Elternteil arbeitet in einem Bereich, der für die Aufrechterhaltung der wichtigen Infrastrukturen notwendig ist und diese Eltern keine Alternativ-Betreuung ihrer Kinder organisieren können. Zu den Arbeitsbereichen gehören beispielsweise Kita, Kliniken, Pflege, Justiz, Polizei, Feuerwehr, Schule, Unternehmen für Medizinprodukte, Energie, Wasser, Lebensmittel.

 

Gibt es eine Erstattung der Kitagebühren?

Die Kommunen sollen 50 Millionen Euro aus dem Corona-Soforthilfeprogramm der Landesregierung bekommen. Damit können Eltern die Kita-Beiträge für zwei Monate zurückerstattet werden. Einen entsprechenden Beschluss haben die Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und FDP gemeinsam mit der SPD und dem SSW beschlossen.

 

Fragen zum Bereich Altenhilfe

 

Wie geht die Diakonie damit um, wenn in einem ambulanten Pflegedienst eine Person infiziert ist?


Wer sich krank fühlt oder unsicher ist, sollte zunächst mit seinem Hausarzt telefonieren oder die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 anrufen. Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner, nicht die Krankenhäuser oder die Gesundheitsämter. Alle Hausärzte sind von der Kassenärztliche Bundesvereinigung darüber informiert worden, was sie zu tun haben. Menschen mit Symptomen, die auf eine Viruserkrankung hindeuten, sollten nicht spontan ohne vorherige telefonische Ankündigung zum Arzt fahren, um die Ausbreitung von Infektionen zu vermeiden. Der Hausarzt veranlasst dann den Test. Ist der Test positiv oder kommt jemand aus einem Risikogebiet, dann ist das örtliche Gesundheitsamt zu informieren. Dieses leitet dann die entsprechenden Schritte ein und klärt wer weiter arbeiten darf und wer in Quarantäne muss.


 
Wie arbeiten Pflegedienste weiter?


Die Pflegedienste haben die pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige, die sie versorgen, über das Virus und die Arbeitsweise des Pflegedienstes im Zusammenhang mit Covid 19 informiert. Außerdem haben die Pflegedienste mit ihren Mitarbeitern Verfahrensweisen abgesprochen, wie im Fall eines Verdachts oder einer bestätigten Infizierung vorzugehen ist, sowohl bei den pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen als bei den Mitarbeiterinnen. Solange keine Verdachtsfälle oder keine Infizierungen beim Pflegedienst oder in der Region aufgetreten sind, arbeiten die Pflegedienste mit bestimmten Präventionsmaßnahmen, die auch für die Gesamtbevölkerung gelten, normal weiter.

 

Darf der ambulante Pflegedienst noch mein Haus betreten?

Der ambulante Pflegedienst darf zu Ihnen ins Haus kommen. Aber auch in der häuslichen Pflege durch Angehörige ist es jetzt wichtig, die Anzahl und die Enge der Kontakte streng zu begrenzen. Auch hier sollten Besuche und nicht zwingend erforderliche Kontakte zum Schutz des erkrankten oder pflegebedürftigen Familienmitgliedes in den nächsten Wochen unterbleiben, und alle Mitglieder des Haushaltes sind aufzufordern, möglichst 1-2 m Abstand zur pflegebedürftigen Person zu halten. Die Räume sind regelmäßig gut zu lüften, auf eine sorgfältige Händehygiene und auf die Einhaltung der „Husten und Nies-Etikette“ ist zu achten.

 

Darf ich noch Verwandte und Bekannte im Pflegeheim besuchen?

Stationäre Pflegeeinrichtungen haben Besuchsverbote oder strenge Einschränkungen der Besuche einzuhalten. Es dürfen je Tag maximal ein/e Besucher/in pro Bewohner/in in die Einrichtung kommen. Diese werden dann über Schutz- und Hygienemaßnahmen informiert. Die Besucher werden namentlich erfasst, um ggf. später mögliche Infektionswege nachvollziehen zu können.  Ausnahmen von dieser Regelung sind möglich, wenn die individuelle oder pflegerische Situation dies erforderlich machen.

 

Fragen zum Bereich Behindertenhilfe

 

Bekomme ich Lohn, wenn ich nicht zur Werkstatt kann?

Da es sich um ein behördlich angeordnetes Verbot handelt, wird der Werkstattlohn weiter geleistet: Das Arbeitsförderungsgeld wird nicht eingestellt und der Grundbetrag ist weiter zu leisten. Es wird empfohlen, Kontakt mit der Werkstattleitung und dem Werkstattrat aufzunehmen.

 

Wie gestaltet sich der Kontakt zu Angehörigen mit Behinderungen, die in stationären Wohneinrichtungen leben?

Es wird empfohlen, Besuchskontakte zu vermeiden und auf Telefonate oder auf Kontakte über digitale Medien zu beschränken. Ein Besuch pro Bewohner pro Tag ist möglich, wenn Schutz- und Hygienemaßnahmen beachtet werden. Bitte melden sie Besuche vorher telefonisch an.

 

Was sollte ich tun, wenn ich eine Infektion vermute?

Folgende Symptome können auf eine Infektion hinweisen:

Fieber, trockener Husten, Atemprobleme wie Kurzatmigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Übelkeit/ Erbrechen, verstopfte Nase/Schnupfen, Durchfall

 

In diesen Fällen sollte der Hausarzt beziehungsweise die Ärztin der Einrichtung telefonisch (!) kontaktiert werden. Sie entscheiden über das weitere Vorgehen. Bitte nicht die Praxen, die Ambulanzen oder Notaufnahmen von Kliniken aufzusuchen.

 

Außerdem stehen Ihnen folgende Beratungsangebote zur Verfügung:

116 117 Ärztlicher Bereitschaftsdienst (24/7 erreichbar)

030 / 346 465 100 allgemeines Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums

0431 / 797 000 01 Bürgertelefon zum Coronavirus des Landes Schleswig-Holstein

Videosprechstunde der Notaufnahme des Friedrich-Ebert-Krankenhauses

Wer erstattet mir meinen Verdienstausfall, wenn ich unter Quarantäne stehe?

Die Entschädigung für Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bestimmt sich nach § 56 IfSG. Nach § 56 Absatz 5 IfSG hat der Arbeitgeber für die Dauer des Arbeitsverhältnisses, längstens für sechs Wochen, die Entschädigung auszuzahlen. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag erstattet.

 

Zuständigkeit der Behörden

Das Bundesgesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut geben aufgrund der Aufgabenverteilung zwischen Bund und Ländern fachlich fundierte Empfehlungen für das ganze Land. Konkrete Entscheidungen werden auf der Ländereben bzw. von den örtlichen Gesundheitsämtern getroffen.

Als Diakonie sind wir an die Kommunikationsstrukturen des Ministeriums angebunden. So können wir zeitnah auf Veränderungen der Lage reagieren und entsprechende Empfehlungen weitergeben.

 

Protection-Plan zum Schutz vulnerabler Gruppen in Einrichtungen der Pflege

Arbeitsrechtliche Fragen, beantwortet von der Kirchengewerkschaft

Informationen des Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein

Informationen des Robert-Koch-Institutes

Informationen des Bundesgesundheitsministeriums

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

10 wichtige Hygienetipps

10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung

Infoblatt zum Thema Coronavirus in leichter Sprache

Informations-Blatt für Menschen, die ambulant-betreut wohnen

Informations-Blatt für Menschen, in Wohn-Einrichtungen

Allgemeinverfügung zu „Ausnahmen von bestimmten Beschränkungen des Arbeitszeitgesetzes aus Anlass der Ausbreitung des Corona-Virus (SARS-CoV-2) in Deutschland gemäß §15 Abs. 2 Arbeitszeitgesetz (ArbZG)“

Coronavirus und Familienalltag

Kinder und der Umgang mit Krisen