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Europäisches Diakonie-Projekt feiert Halbzeit

Europäisches Diakonie-Projekt zu Dienstleistungen im ländlichen Raum feiert Halbzeit

 

Rendsburg, 14. September 2017 | Auf der Suche nach besseren sozialen Dienstleistungen im ländlichen Raum sucht das europäische Diakonie-Projekt SEMPRE den Austausch mit verschiedenen Organisationen. Zur Projekthalbzeit treffen die Projektpartner heute in der estnischen Hauptstadt Tallinn auf Vertreter kommunaler Verwaltungen, der Sozialwirtschaft und von Universitäten aus dem Baltikum und Skandinavien.

In ländlichen Gebieten fehlen häufig Angebote in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Mobilität. Davon besonders betroffen sind sozial benachteiligte Gruppen, wie Langzeitarbeitslose, ältere Menschen und Migranten. SEMPRE will diese mit Hilfe eines Empowerment-Ansatzes stärken. Das bedeutet, dass sie ermutigt werden, sich für ihre eigenen Belange einzusetzen. „Das funktioniert oft dann besonders gut, wenn die betroffenen Organisationen mitziehen“, sagt Doris Scheer. Sie ist die Projektkoordinatorin im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein. „Wir sind positiv überrascht, wie gut einzelne Mikroprojekte angelaufen sind“, sagt sie.

Beispielsweise entwickelt ein Mikro-Projekt in Schleswig-Holstein eine Internetplattform, die sich an alleinerziehende Mütter und Väter richtet. Vorhandene Informationsangebote werden dort zusammengeführt und ergänzt. Der Erwerb von Internetkompetenzen und Fundraising sind zwei wichtige Grundpfeiler des Projekts.

In einem anderen Teilprojekt unterstützt der schwedische Sempre-Partner Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen, die in ihren Heimatländern als Schneiderinnen und Näherinnen tätig waren. Die Frauen wollen ihre Kompetenzen festigen und ihren Weg in den Arbeitsmarkt finden. Das Netzwerk wird durch verschiedene Migrantengruppen, lokale Unternehmen und eine Stadtverwaltung unterstützt.

Die Konferenz in Tallinn dient dem Austausch unter den Projektteilnehmern. Sie präsentieren ihre lokalen Mikroprojekte, die unter dem SEMPRE-Dach entstanden sind. Teilprojekte aus Dänemark, Estland und Schleswig-Holstein werden beschrieben und erklärt. Anschließend können mögliche Veränderungen und Herausforderungen diskutiert werden.

Die Analysen, Auswertungen und Empfehlungen der Projekte werden in Form eines Handbuchs dokumentiert. Am Ende sollen politische Handlungsempfehlungen stehen. Diese werden auf der Abschlusskonferenz in Riga im November 2018 präsentiert.

Für das Interreg-Projekt SEMPRE kooperiert die Diakonie mit 16 Partnern aus Norddeutschland, Skandinavien, dem Baltikum und Polen. Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein koordiniert und managt das Vorhaben. Das Gesamtbudget des Projekts beträgt 4,8 Millionen Euro.


Für Rückfragen:
Jonas Czok
Pressereferent, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,
Tel: 04331-593 133