Ehrenamtliche engagieren sich für Integration

Diakonie-Chef Heiko Naß hat das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe gewürdigt: „Die Arbeit der Helfer trägt wesentlich zum Gelingen der Integration von Geflüchteten bei“, sagte er bei einem Empfang für Ehrenamtliche in Rendsburg. Dort kamen Flüchtlingshelfer aus ganz Schleswig-Holstein zu einem Erfahrungsaustausch zusammen.

In Schleswig-Holstein engagiert sich viele Menschen in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit. Sie begleiten Geflüchtete auf Ämterwegen und bei Arztbesuchen, unterstützen sie beim Erlernen der deutschen Sprache oder stehen als Gesprächspartner in Alltagsfragen zur Verfügung. Darüber hinaus leisten sie einen großen Beitrag bei der Integration von Zugewanderten in das Arbeitsleben.

„Auch wenn die Zahl der ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingshilfe seit 2015 zurückgegangen ist, sind sie nach wie vor eine wichtige und notwendige Unterstützung für die staatlichen Akteure und die hauptamtlichen Migrationsberatungsstellen“, betont Landespastor Heiko Naß. „Ohne ihr Engagement wäre eine flächendeckende Begleitung und Unterstützung von Geflüchteten gar nicht möglich.“

Ehrenamtliche Helfer finden in der Flüchtlingsarbeit viel Bestätigung, diese Tätigkeit ist für sie aber auch eine große Herausforderung. Zahlreiche Zugewanderte sind durch Krieg und Flucht traumatisiert oder es müssen kulturelle und sprachliche Barrieren überwunden werden. Hinzu kommt Perspektivlosigkeit, weil bei vielen Geflüchteten unklar ist, ob und wie lange sie in Deutschland bleiben dürfen. Auch das veränderte politische Klima in Deutschland und Europa stellt eine Belastung dar. „All das tragen die Ehrenamtlichen mit und stoßen deshalb immer wieder auch an Grenzen“, so Landespastor Heiko Naß. „Deshalb bieten wir professionelle Unterstützung für die Helfer an.“

Zur Koordination und Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern wurde beim Diakonischen Werk Schleswig-Holstein ein Projekt ins Leben gerufen. Es organsiert Informationsveranstaltungen zum Beispiel zu Fluchtursachen, den Rechten von Geflüchteten, Integrationsmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und zum Umgang mit Traumatisierungen. Darüber hinaus werden Fallbesprechungen und Supervision angeboten. Die Arbeit des Projektes wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert.

Neben der Flüchtlingshilfe engagieren sich in Schleswig-Holstein tausende Ehrenamtliche auch in zahlreichen anderen Bereichen diakonischer Arbeit. Dazu gehören die Bahnhofsmissionen, die Tafeln, die Nachbarschaftshilfe, die Hospizarbeit, Besuchsdienste in Krankenhäusern oder Pflegeheimen sowie das bundesweit vertretene Projekt „wellcome“ zur Betreuung von Familien nach der Geburt eines Babys.

 

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