„Die Asylverfahrensberatung ist ein wesentlicher Baustein zum Gelingen von Asylverfahren", sagt Landespastor und Diakonievorstand Heiko Naß. "Diese können nur dann schnell und rechtssicher ablaufen, wenn Menschen unabhängig beraten werden. Wer nach Deutschland flieht, kennt das deutsche Asylrecht nicht. Mit der Beratung können Asylsuchende besser in das Verfahren eingebunden werden, damit die Bleibeperspektive schneller geklärt und Integration oder Rückkehr vorbereitet werden können. Ohne diese Beratung würden die Verfahren länger dauern, statt kürzer. Insofern würde die Bundesregierung mit ihrem Vorhaben, die Asylverfahrensberatung abzuschaffen, einen schwerwiegenden Fehler begehen.“
Ziel der unabhängigen Beratung ist es, dass Schutzsuchende das Verfahren verstehen und alle relevanten Schutzgründe so früh wie möglich vortragen. Diese Art der Unterstützung ist im Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) explizit vorgesehen. So werden Fehlentscheidungen vermieden, Verfahren beschleunigt und die Akzeptanz staatlicher Entscheidungen gestärkt. Besonders schutzbedürftige Personen – etwa traumatisierte Geflüchtete, Opfer sexualisierter Gewalt oder queere Personen – können frühzeitig identifiziert werden, damit ihre Bedürfnisse im Asylverfahren und bei der Unterbringung berücksichtigt werden.
Gerade vor dem Hintergrund der ab Juni anstehenden Verschärfungen im Asylrecht, zum Beispiel die geplanten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, ist aus Sicht der Diakonie eine qualifizierte, unabhängige Beratung unverzichtbar für effiziente und rechtsstaatliche Asylverfahren.
Unter dem Dach der Diakonie gibt es deutschlandweit über 50 Beratungsstellen für die Asylverfahrensberatung, in denen jährlich mehr als 20.000 Menschen beraten werden. In Schleswig-Holstein ist die Diakonie für die Asylverfahrensberatung im Raum Rendsburg und in Kiel verantwortlich.
