Hitzehilfe für wohnungslose Menschen

Angesichts der bevorstehenden heißen Tage ruft die Diakonie Schleswig-Holstein auf, wohnungslose Menschen im Blick zu behalten und wenn nötig Hilfe anzubieten. Die diakonische Wohnungslosenhilfe stellt sich mit ihren Angeboten ebenfalls auf die hohen Temperaturen ein. Damit soll verhindert werden, dass Menschen ohne Wohnung sich Verbrennungen und Hitzschläge zuziehen bzw. dehydrieren.

„Hitze ist eine besondere Gefahr für die Gesundheit von wohnungslosen Menschen“, sagt Kathrin Kläschen, Referentin für Wohnungslosenhilfe beim Diakonischen Werk Schleswig-Holstein. „Weil sie keine Wohnung oder anderen Räume haben, in die sie sich zurückziehen können, sind sie den ganzen Tag der Hitze und Sonnenstrahlung ausgesetzt. Zusätzlich haben wohnungslose Menschen oft Vorerkrankungen und werden dann schnell zum medizinischen Notfall. Wir sind daher alle in der Pflicht! Jeder, der beobachtet, dass ein Mensch ohne Wohnung gefährdet ist, kann mit einer Flasche Wasser helfen oder die 112 anrufen und Hilfe organisieren!“

Wie Sie konkret helfen können:

  • Fragen Sie wohnungslose Menschen, ob sie Hilfe benötigen.
  • Kaufen Sie ihnen bei Bedarf eine Flasche Wasser.
  • Rufen Sie bei Anzeichen eines Hitzeschlags (rotes Gesicht, Zittern, kalter Schweiß) den Rettungsdienst.
  • Bleiben Sie bei der Person, bis der Rettungswagen eintrifft.

Die Diakonie ruft Geschäfte und gastronomische Einrichtungen auf, wohnungslosen Menschen das Befüllen von Wasserflaschen zu ermöglichen. Mit Aufklebern könnten sie auf diesen Service aufmerksam machen. Kirchengemeinden und öffentliche Einrichtungen sind aufgerufen, kühlende Räume für die Betroffenen offen zu halten. 

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Zugang zu Toiletten und sanitären Einrichtungen. Hier gibt die Diakonie an verschiedenen Orten Coins für öffentliche Toiletten aus. Zusätzlich schlägt der Wohlfahrtsverband auch hier Kooperationen mit Bäckereien, Cafés und Restaurants vor. 

Tagestreffs, Beratungsstellen und Notunterkünfte der Diakonie versorgen Menschen ohne Wohnung mit Wasserflaschen, teilweise auch mit Flaschen zum Wiederbefüllen. Außerdem besteht in vielen Einrichtungen die Möglichkeit zu duschen oder die Wäsche zu waschen.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der von Wohnungslosigkeit betroffenen oder bedrohten Menschen in Schleswig-Holstein stetig gestiegen. 2025 nahmen knapp 11.000 Menschen die Angebote der diakonischen Wohnungslosenhilfe in Anspruch. Die Diakonie geht davon aus, dass landesweit mehrere Hundert Betroffene komplett auf der Straße leben, also nicht in Notunterkünften untergebracht sind.