„Kälte, Regen und Schnee – nach den Hitzetagen im Sommer müssen sich Menschen ohne Obdach in den kommenden Monaten erneut auf schwieriges Wetter einstellen“, sagt Landespastor und Diakonievorstand Heiko Naß. „Die Gefahr, dass sie krank werden oder sogar erfrieren, ist hoch. Die Mitarbeitenden der diakonischen Wohnungslosenhilfe setzen alles daran, dass die Betroffenen die kalte Jahreszeit unbeschadet überstehen. Als Gesellschaft sind wir aber alle gefragt! Behalten Sie obdachlose Menschen im Blick und holen Sie im Notfall Hilfe!“
Wie jeder oder jede Einzelne helfen kann:
- Fragen Sie obdachlose Menschen, was sie benötigen und ob Sie ihnen Wasser, heißen Tee oder eine Suppe anbieten können.
- Verweisen Sie die Betroffenen auf die Tagestreffs und Notschlafstellen der Wohnungslosenhilfe.
- Wenn es einen obdachlosen Menschen offensichtlich nicht gut geht: Rufen Sie die 112 an und holen Hilfe.
Spenden sind willkommen!
- Sie können die Arbeit der Wohnungslosenhilfe mit Geldspenden unterstützen.
- Die Einrichtungen freuen sich auch über Sachspenden: warme Kleidung, Schlafsäcke, Hygieneartikel, Hundefutter.
- Wenn Sie die Arbeit der Wohnungslosenhilfe ehrenamtlich unterstützen wollen, fragen Sie in den Einrichtungen nach.
Was bietet die Winternothilfe der Diakonie?
Das Winternotprogramm richtet sich an wohnungslose Menschen, die „Platte machen“, also nur auf der Straße leben. Sie lehnen es meist ab, in den bestehenden Notunterkünften zu übernachten. Oft scheuen sie die schwierigen Lebensbedingungen in den Unterkünften, in denen es kaum Privatsphäre gibt. Der Wohlfahrtsverband geht davon aus, dass in Schleswig-Holstein mehrere Hundert Menschen überhaupt kein Dach über dem Kopf haben. Hinzu kommen die von Wohnungslosigkeit Betroffenen, die tagsüber nicht in den Übernachtungsstätten bleiben dürfen.
Die Tagestreffs und Beratungsstellen der diakonischen Wohnungslosenhilfe erweitern in den kommenden Monaten tagsüber wieder ihre Öffnungszeiten. Menschen ohne Obdach können sich dort aufwärmen, duschen und ins Internet gehen. Sie erhalten heiße Getränke und für den Notfall Schlafsäcke, Isomatten, Zelte, warme Kleidung und festes Schuhwerk. Mitarbeitende der Wohnungslosenhilfe sind außerdem verstärkt auf den Straßen unterwegs, um obdachlosen Menschen Hilfe anzubieten. Darüber hinaus sind die Bahnhofsmissionen Anlaufpunkte für Menschen in Not.
Nachts können die Betroffenen die Notunterkünfte nutzen, die vielerorts von Kommunen oder der Diakonie betrieben werden. Darüber hinaus betreut die Diakonie in den Wintermonaten wieder zusätzliche Notschlafplätze in Husum, Lübeck, Elmshorn oder in Norderstedt.
Auch andere Einrichtungen und Institutionen können unterstützen:
Kirchengemeinden werden aufgerufen, wie in den vergangenen Jahren Räume zum Aufwärmen zu öffnen. Auch die Gastronomie kann helfen, indem Cafés und Restaurants Menschen ohne Obdach kostenlosen Zugang zu ihren sanitären Einrichtungen gewähren.
Das Netz der diakonischen Wohnungslosenhilfe:
Die Diakonie betreibt in Schleswig-Holstein insgesamt 36 Tagestreffs, Beratungsstellen und Notunterkünfte für Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind (www.diakonie-sh.de/ich-suche-hilfe). Im Jahr 2025 nahmen mehr als 10.000 Rat- und Hilfesuchende diese Angebote in Anspruch. Laut Statistischem Bundesamt waren zum Stichtag 31. Januar 2026 in Schleswig-Holstein rund 29.000 Menschen in einer Notunterkunft untergebracht.
