„Integrationskurse bieten den Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, eine gute Möglichkeit, Deutsch zu lernen und sich mit den kulturellen, sozialen und rechtlichen Gegebenheiten in unserem Land vertraut zu machen“, sagt Christiane Guse, Referentin für Flucht und Migration beim Diakonischen Werk Schleswig-Holstein. „Wenn nun bestimmte Gruppen nicht mehr an diesen Kursen teilnehmen dürfen, werden sie vom Spracherwerb, der gesellschaftlichen Teilhabe und Chancen auf dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Das ist kontraproduktiv und behindert die so oft geforderte schnelle Integration. Im Falle der EU-Bürger verstößt der Zulassungsstopp zudem gegen das Prinzip der Gleichbehandlung . Es besteht die Gefahr, dass diese Menschen sich isolieren und Parallelgesellschaften befördert werden.“
Integrationskurse werden in Schleswig-Holstein von unterschiedlichen Trägern angeboten, darunter viele Volkshochschulen und im südlichen Landesteil auch die Diakonie. Die Kurse beinhalten zum einen den Erwerb von praxisnahen Sprachkenntnissen, etwa zu den Themen Alltag und Wohnen, Arbeit und Bildung sowie Medien und Freizeit. Zum anderen vermitteln die Kurse Kenntnisse über die Rechtsordnung, Geschichte und Kultur und das gesellschaftliche Zusammenleben. Am Ende stehen ein Deutschtest sowie der Test „Leben in Deutschland“.
