„Schon zum Schulstart wird deutlich: In Deutschland hängt Bildung vom Geldbeutel der Eltern ab“, sagt Landespastor und Diakonievorstand Heiko Naß. „Allein ein neuer Schulranzen kostet zwischen 120 und 200 Euro. Hinzu kommen Hefte, Stifte, Sportbekleidung, Trinkflaschen und bei der Einschulung die Schultüte. Familien, die ohnehin schon mit den hohen Mieten und Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben, können sich das nicht leisten. Für sie beginnt die Schulzeit mit Belastung und Frust.“
In Schleswig-Holstein werden in diesem Jahr laut Bildungsministerium rund 25.800 Kinder eingeschult. Eltern müssen dabei mit Kosten von bis zu 500 Euro allein für die Erstausstattung rechnen. Gleichzeitig lebt rund jedes fünfte Kind in Schleswig-Holstein in einer Familie, die von Armut bedroht oder betroffen ist. Die Familien können für den Schulbedarf 195 Euro pro Jahr aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragen.
„Diese Summe deckt aber keineswegs die realen Kosten für die Schulmaterialien ab“, so Landespastor und Diakonievorstand Heiko Naß. „Das reicht günstigstenfalls für einen Schulranzen. Damit Kinder nicht gleich vom ersten Schultag an benachteiligt werden, muss das Bildungspaket dringend angepasst werden.“
Die Diakonie bietet betroffenen Familien in Schleswig-Holstein Unterstützung und Hilfe an. Die Allgemeinen Sozialberatungsstellen geben Tipps unter anderem beim Antrag auf die Zuschüsse für Bildung und Teilhabe. Zudem halten unterschiedliche Einrichtungen spendenfinanzierte Schulstarterpakete bereit, darunter die Diakonie Altholstein in Neumünster.
