9 neue Wohnungen
Die Wohnungen sind jeweils 35 Quadratmeter groß und verfügen über einen Wohn- und Schlafraum mit integrierter Küchenzeile, einen Sanitärbereich sowie jeweils einer Loggia oder kleinen Terrasse. Die Erdgeschosswohnungen sind barrierearm, unter anderem mit breiteren Türen und Fluren. Der Neubau steht direkt neben einem Bestandsgebäude, das die von dem Schleswig-Holsteinischen Straßenmagazin gegründete HEMPELS-Stiftung in Kooperation mit der Diakone Stiftung bereits 2017 erworben hat. Dort stehen zwölf Mietwohnungen für wohnungslose Menschen zur Verfügung.
Housing First
Die Wohnungen in dem Neubau sind bereits alle vergeben, nach dem Housing-First-Prinzip. Das bedeutet, Menschen, die ihre Wohnung verloren haben, sollen möglichst schnell und ohne Vorbedingungen wieder eine eigene Mietwohnung erhalten. Dahinter steht die Einsicht, dass Einzelpersonen oder Familien als Erstes und Wichtigstes eine eigene Unterkunft benötigen, die Stabilität und Sicherheit gibt. Auf dieser Grundlage können dann alle weiteren Angelegenheiten angegangen werden. Ergänzend bietet die Kieler Anker gGmbH künftig den Mieterinnen und Mietern vor Ort wohnbegleitende Hilfen und Beratungen an, die freiwillig in Anspruch genommen werden können.
Finanzierung über öffentliche Mittel und Spenden
Ein Großteil der Baukosten in Höhe von 1,71 Millionen Euro hat das Land Schleswig-Holstein über das Programm „Wohnraum für besondere Bedarfsgruppen“ gefördert, davon 1,064 Millionen Euro als zeitlich befristetes zinsloses Darlehen und weitere 477.000 Euro als Zuschuss. Die HEMPELS-Stiftung steuerte 171.000 Euro Eigenmittel bei. Die Stiftung befindet sich unter dem Dach der Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein, die das Projekt absichert, beratend begleitet und rechtlich vertritt. Die künftigen Kosten für die Beratung und Begleitung der Mieterinnen und Mieter übernimmt die Landeshauptstadt Kiel.
Zitate
Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke: „Neun Wohnungen sind entstanden für Menschen, denen bisher ein eigenes Zuhause fehlt. Viele haben hier gemeinsam dazu beigetragen, dass aus einem Bauprojekt ein Ort entstehen konnte, der Menschen Sicherheit und neue Perspektiven gibt. Darauf können alle Verantwortlichen sehr stolz sein. Wir haben das Projekt im Rahmen unseres Sonderprogramms „Wohnraum für besondere Bedarfsgruppen“ sehr gerne mit rund 1,54 Millionen Euro durch Darlehen und Zuschuss gefördert.“
Jo Tein, Vorstand HEMPELS-Stiftung: "Ein Alltag ohne Wohnung kann Leben zerstören. Ich freue mich sehr für die neun weiteren Menschen, die in unserem Housing-First-Projekt "HEMPELS hilft wohnen" nun eine feste Bleibe finden. Mein Dank gilt allen Partnern und Geldgebern, ohne die unser Neubau nicht möglich gewesen wäre."
Bernd Hannemann, Vorstand Diakonie-Stiftung Schleswig-Holstein: „Wir sind sehr dankbar, dass wir dieses Projekt mit der HEMPELS-Stiftung und mit großer Unterstützung des Landes umsetzen konnten. Damit haben wir gemeinsam bewiesen: Es ist möglich, bezahlbaren Wohnraum für Menschen in besonderen Lebenslagen zu schaffen! Das macht zugleich Mut für weitere Projekte. Zurzeit baut die Diakonie Stiftung auch in Schleswig Wohnungen für wohnungslose Menschen. Damit wollen wir einen Beitrag leisten, dass endlich die Wohnungslosigkeit in Schleswig-Holstein schrittweise abgebaut wird.“
Gerwin Stöcken, Bürgermeister und Stadtrat für Soziales, Wohnen, Gesundheit und Sport in Kiel: „Wohnungspolitik ist für uns mehr als die Schaffung von Wohnraum – sie ist eine Frage des sozialen Zusammenhalts. Im Mittelpunkt stehen der Mensch und sein Recht auf ein sicheres Zuhause. Gerade Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, brauchen Stabilität und die Chance auf einen selbstbestimmten Neuanfang. Gute Stadtentwicklung heißt für uns, soziale Stabilität und Nachbarschaften zu stärken. Die neuen Wohnungen in der Lauenburger Straße sind ein wichtiges Zeichen: Sie schaffen ein Zuhause, eröffnen Perspektiven und ermöglichen Teilhabe.“
