Am besten freiwillig...
Rund 600 junge Menschen leisteten im vergangenen Jahr wieder ihren Freiwilligendienst in einer diakonischen Einrichtung in Schleswig-Holstein. Im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahrs FSJ oder des Bundesfreiwilligendienst BFD waren sie u.a. in Kitas, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung tätig.
Win-win-Situation
Die Freiwilligen erhalten die Möglichkeit, sich im sozialen Bereich zu engagieren sowie beruflich und persönlich zu orientieren. Außerdem können sie sich zur Betreuungsassistenz qualifizieren. Für die Einrichtungen sind die jungen Menschen eine willkommene Unterstützung. Sie übernehmen Tätigkeiten, für die die regulären Mitarbeitenden gerade angesichts des Fachkräftemangels keine Zeit mehr haben: zum Beispiel Vorlesen in der Kita, Spazierengehen mit Seniorinnen und Senioren oder die Freizeitgestaltung in einer stationären Wohneinrichtung.
Gute Begleitung
Alle Freiwilligen in den diakonischen Einrichtungen werden vom Team Freiwilligendienste des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein während ihrer Einsatzzeit begleitet und betreut. Die 19 Kolleginnen und Kollegen organisieren Workshops, Seminare, Ausflüge und Exkursionen u.a. zu gesellschaftspolitischen Themen. Sie besuchen die Freiwilligen an den Einsatzorten und haben immer ein offenes Ohr für sie.
Freiwillig statt Pflicht
In der laufenden politischen Diskussion über eine Wiedereinsetzung der Wehrpflicht bzw. ein gesellschaftliches Pflichtjahr vertreten wir als Diakonie eine eindeutige Position und setzen weiter auf Freiwilligkeit. Wir sind der Meinung, dass junge Menschen sich besser auf freiwilliger Basis und durch Überzeugung für ein soziales Engagement in einem Pflegeheim oder einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen gewinnen lassen. Außerdem gehen wir davon aus, dass Freiwilligendienste ein gutes Fundament für ein späteres Ehrenamt legen sowie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie. Auch aus Sicht der Einrichtungen spricht vieles für Freiwilligkeit. Sie benötigen Menschen, die sich aus eigenem Antrieb für den Dienst entscheiden und dann entsprechend engagieren.
Recht auf FSJ & BFD
Wir sind sicher, dass bei verbesserten Rahmenbedingungen mehr Menschen für den Freiwilligendienst gewonnen werden können. Dazu gehören eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung sowie zusätzliche Vergünstigungen für die Freiwilligen, etwa im Nahverkehr oder für den Besuch kultureller Einrichtungen. Vor allem aber setzen wir uns für einen Rechtsanspruch auf Freiwilligendienst ein.
Jede oder jeder sollte die Möglichkeit haben, ein FSJ oder BFD abzuleisten. Dazu müssen die Dienste attraktiver werden, zum Beispiel indem die Freiwilligen ein auskömmliches, am BAFöG-Satz orientiertes Freiwilligengeld erhalten und alle Schulabsolventinnen und -absolventen eine umfassende Beratung zu den Diensten erhalten.
Gesprächsoffen
Sollte sich der Bundestag dennoch für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und damit auch eines Pflichtjahres entscheiden, zeigt sich die Diakonie gesprächsbereit. Aus unseren langjährigen Erfahrungen wissen wir, wie junge Menschen für die soziale Arbeit begeistert werden können.








