Prävention und Bauen statt wohnungslos

© Diakonie/ Jonas Czok
© Diakonie/ Friedrich Keller
© Diakonie/ Friedrich Keller

 

Bis 2030 soll Wohnungslosigkeit in Deutschland der Vergangenheit angehören. So sah es der Aktionsplan der Ampelregierung vor. Von diesem Ziel sind wir auch in Schleswig-Holstein noch weit entfernt. 2024 nahm mit mehr als 10.000 Menschen eine Rekordzahl die Angebote der diakonischen Wohnungslosenhilfe in Anspruch. Noch eine Zahl spricht Bände: In der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar 2025 waren in Schleswig-Holstein  mehr als 29.000 Menschen in einer Notunterkunft untergebracht. Besonders erschreckend ist, dass immer mehr Familien mit Kindern betroffen sind.

Menschen begleiten, bevor ihre Wohnung geräumt wird.

Geht die Wohnung erst einmal verloren, ist es für die Betroffenen kaum mehr möglich, neuen Wohnraum zu finden. Das berichten Beraterinnen und Berater, die in den 34 diakonischen Beratungsstellen, Tagestreffs und Notunterkünften im nördlichsten Bundesland tätig sind. Die Diakonie Schleswig-Holstein hat sich deshalb im Frühjahr 2025 für mehr Prävention stark gemacht. Es gibt zwar schon zahlreiche Angebote, die den Wohnungsverlust verhindern sollen. Die sind aber von Ort zu Ort unterschiedlich organisiert und ausgeprägt. Für Betroffene ist es oft sehr unübersichtlich, wie sie an Hilfe kommen. Unsere Standorte

Wir fordern:

  • flächendeckend die Präventionsarbeit an die bestehenden Beratungsangebote der Wohnungslosenhilfe zu koppeln
  • einen besseren Informationsaustausch zwischen Beratungsstellen, Amtsgerichten, Kommunen und Vermietern
  • Information der Beratungsstellen über alle Kündigungsklagen, auch wegen Eigenbedarfs oder mietwidrigen Verhaltens
  • bessere Vernetzung der Wohnungslosenhilfe mit anderen Beratungsstellen, z.B. der Schuldnerberatung 

     

Bauen, bauen, bauen

Was auf jeden Fall auch gegen Wohnungslosigkeit helfen würde, ist mehr bezahlbarer Wohnraum. Da sieht die Diakonie Land und Kommunen weiter in der Pflicht. Wir gehen mit gutem Bespiel voran: In Schleswig baut die Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein Wohnungen für wohnungslose Menschen. Im Frühjahr 2025 wurde im Ansgarweg der erste Spatenstich für zwei Gebäude mit insgesamt 15 Einheiten und einem Gemeinschaftsraum gesetzt. Die Wohnungen sollen später nach dem Housing-First-Prinzip vergeben werden.

Es ist nicht das einzige Bauprojekt der Stiftung. In Kiel baut sie gemeinsam mit der HEMPELS-Stiftung 9 zusätzliche Wohnungen für wohnungslose Menschen.

Kontakt

Kathrin Kläschen

Kathrin Kläschen

Straffälligenhilfe, Wohnungslosenhilfe
Bernd Hannemann

Bernd Hannemann

Diakonie-Stiftung