Und im Alter?

© Diakonie/ Valeska Achenbach
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Pflegekräfte zeigen hohen Einsatz

Es ist wirklich ein vertracktes Thema: Seit Jahren schon leidet die Pflege unter Arbeitskräftemangel, unzureichender Finanzierung und hohen Zuzahlungen für die Pflegebedürftigen. Und: Es wird immer schlimmer. Deshalb fordern wir schon seit langem eine grundlegende Pflegereform. 

Dass in Schleswig-Holstein dennoch tagtäglich hunderttausende Menschen gut gepflegt werden, ist dem großen Engagement auch der diakonischen Einrichtungen und Pflegekräfte zu verdanken. Sie geben alles, damit die Pflegebedürftigen nicht nur die Grundversorgung und regelmäßig Essen erhalten, sondern auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. 

Am Limit und immer höhere Kosten

Das darf aber nicht den Blick dafür verstellen, dass viele Mitarbeitende und Einrichtungen am Limit arbeiten. Einige stationäre Einrichtungen mussten wegen Fachkräftemangel bereits geschlossen werden. Nicht besser sieht es in der ambulanten Pflege aus, gerade im ländlichen Raum. Die Wohnungen von Pflegebedürftigen in entlegenen Gebieten können auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht immer angefahren werden, die Versorgung von Neukunden ist eine Riesenherausforderung. Hinzu kommen eine überbordende Bürokratie und ordnungsrechtlich sehr kleinteilige Prüfungen der Einrichtungen. 

Ganz zu schweigen von dem Geld, das für Gehälter, Betriebskosten und Investitionen aufgebracht werden muss. Zu spüren bekommen das die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen. Der durchschnittliche monatliche Eigenanteil beträgt mittlerweile mehr als 3.200 Euro!

Hoffnungsschimmer für ambulante Pflege

Etwas Entlastung für die ambulante Pflege versprechen sich das Land Schleswig-Holstein und das Forum Pflegegesellschaft von den gemeinsam vereinbarten Maßnahmen zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung. Diese sieht zum Beispiel eine Fahrtkostenpauschale für ambulante Dienste vor, um diese vor allem im ländlichen Bereich bei den hohen Fahrtkosten zu entlasten.

© Diakonie Deutschland
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Die Diakonie Deutschland machte 2025 mit einer Plakat- und Social-Media-Kampagne auf die Situation in der Pflege aufmerksam.

Pflegereform jetzt!

Das alles ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein! Wir setzen uns deshalb für eine grundlegende Pflegereform ein. Wir fordern:

  • Die Pflegeversicherung muss von einer Teilkasko- in eine Vollversicherung umgewandelt werden. Diese würde die Kosten aller pflegebedingten Aufgaben übernehmen. Die pflegebedürftigen Menschen müssten dann nur eine vom Gesetzgeber fixierte Eigenbeteiligung übernehmen.
  • Die überbordende Bürokratie und die ordnungsrechtlich kleinteiligen Prüfungen der Einrichtungen müssen verringert werden. Studien zeigen, dass in der stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen viel Zeit mit Dokumentationen und behördlichen Prüfungen verbracht wird.
  • Dabei könnte die Digitalisierung helfen. Die Einrichtungen sollten bei den Investitionen und Schulungen in diesem Bereich gefördert werden.
  • Die ambulante Pflege muss vor allem im ländlichen Raum entlastet werden. Dazu könnte die flächendeckende Einführung von Gemeindeschwestern bzw. Dorfkümmerern beitragen. Darüber hinaus sollten ehrenamtliche und professionelle Strukturen in den Dörfern besser vernetzt werden.
  • Die pflegenden Angehörigen müssen stärker finanziell unterstützt werden. Außerdem sollten pflegende Angehörige flächendeckend Beratung, Pflegekurse und individuelle Anleitungen erhalten.

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